Veronike Hinsberg

Leitung & Linie

2012

1. Platz im Kunst am Bau Wettbewerb für die HTW Berlin
(in Zusammenarbeit mit Olf Kreisel)

Einer linearen Bewegung gleich, schwingt sich eine vierteilige Stahlplastik über den Campus Oberschöneweide der Hochschule für Technik und Wirtschaft. Vorgesehen ist ein leuchtend rotes Stahlrohr, das sich an den drei vorgesehenen Standorten innerhalb des Campus schlängelt und diese Orte miteinander verbindet.
Der Entwurf bezieht sich einerseits auf die Funktion des um 1900 gebauten Gebäudeensembles als Kabelwerk, andererseits auf die Bedeutung, die der geschwungene Linie um diese Zeit in Kunst und Wissenschaft zukam. Die bewegte Linie gilt hier als Vermittlerin zwischen Natur, Kunst, Wissenschaft und aktueller industrieller Technik und als Vehikel interdisziplinären Forschens.
Durch die wechselnden Sichten auf die komplexe Kurve ergeben sich immer neue Perspektiven. Scheinbar gerade Strecken zeigen sich von einem anderen Standpunkt aus als Kurven, Bögen überschneiden sich optisch und werden zu Schlaufen oder vice versa.

Das Rot des Stahlrohrs hebt sich deutlich von den ockerfarbenen und den hellen Fassaden ab. Die bodennahen Windungen laden hier und dort zum Sitzen ein; ein Blick nach oben zeigt die großen Rohrbögen vor ziehenden Wolken und den wechselnden Farben des Himmels.
Die schwungvolle Bewegung verbindet die Wilheminenhofstraße mit dem Spreeufer und vermittelt zwischen ober- und unterirdischen, sichtbaren und verborgenen Bereichen.