KiöR Künstler*innen

Sebastian Acker

www.sebastianacker.com

Installation / Objektkunst, Konzeptkunst, Medienkunst, Partizipation, Skulptur

* 1981


Index

Text

Sebastian Acker erforscht unsere materielle und fiktionale Beziehung zu dem, was gemeinhin als Natur bezeichnet wird. In seiner multidisziplinären Praxis entwickelt er komplexe Szenarien, die das dualistische Konzept von ‚Künstlichem’ und ‚Natürlichem’ infrage stellen, welches traditionell unsere Wahrnehmung der natürlichen Welt geprägt hat. Durch die kritische Auseinandersetzung mit dem Erbe der Romantik und der Vorstellung von unberührter Wildnis eröffnet er einen Raum, in dem der Betrachter seine Position innerhalb der nicht-menschlichen Umwelt neu überdenken kann – ein Prozess, den der Künstler als „unlearning nature“ bezeichnet.

Mithilfe einer breiten Palette an Medien und Techniken – von Videos bis zu ortsspezifischen Installationen, in denen der öffentliche Raum selbst zum Sujet wird – verdichtet er natürliche Materialien, kommerzielle Prozesse und kulturelle Mythen zu spekulativen Situationen, in denen neue Beziehungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren entstehen können.

Vita

Sebastian Acker wurde 1981 in Lichtenstein, Ostdeutschland, geboren. Er studierte am Chelsea College of Arts und absolvierte anschließend einen Master of Fine Arts an der Slade School of Fine Art (UCL) in London. Seit 2016 lebt und arbeitet er in Berlin.

Im öffentlichen Raum zeigte er sein Video „Trans“ auf über 3400 Infoscreens in österreichischen Bussen, Straßenbahnen und U-Bahn-Stationen (20 Seconds for Art Award, KÖR Wien, 2022), realisierte die partizipative Installation „Green Screen“ in der Modularen Unterkunft für Flüchtlinge Berlin-Lichtenberg (Residenzpflicht-Stipendium, msk7, 2019) und installierte die interaktive Arbeit „Remotely Native“ in öffentlichen Parkanlagen von Palermo, Italien (Manifesta 12, 2018).

Einzelausstellungen fanden im Kunstverein Dresden (2022), Black Flamingo, Fahrbereitschaft/Haubrok Foundation in Berlin (2018) und im Neuen Ravensburger Kunstverein (mit Phil Thompson, 2017) statt. Seine Werke waren Teil von Gruppenausstellungen in der Galerie Schloss Biesdorf Berlin „Residenzpflicht“ (2023), SAP Space Berlin „Before, During, After“ und dem Institute of Contemporary Arts in London „Diving into a Teacup“ (2018).

Acker erhielt den Arts Council England Grant, das AHRC Scholarship, das Neustart Kultur Stipendium des Deutschen Künstlerbundes, die Katalogförderung der Stiftung Kunstfonds und den 20 Seconds for Art Award von KÖR Wien im Rahmen der Vienna Viennale. Sein Künstlerbuch „Traces of Other Places“ wurde 2021 von Kerber publiziert.