KiöR Künstler*innen

Dagmara Genda

www.dagmaragenda.com/

Architektur, Installation / Objektkunst

* 12.01.1981
Bildung:MRes with Distinction (Birkbeck College, U. of London), MFA (U of Western Ontario, Canada), BFA Honours (U of Manitoba, Canada)


Index

Text

Artist Statement:

Ein Zitat von Witold Gombrowicz, einem polnischen Landsmann und absurdistischen Schriftsteller der Zwischenkriegszeit, hat mich zu meiner langjährigen Methode inspiriert: Motiven aus ihre Quellen auf immer neue Weise zu herauszuschneiden und neu zu kombinieren. In seinem letzten Buch Kosmos (1965) stellt er die Frage, auf wie viele Arten die 24 Buchstaben des Alphabets neu angeordnet werden können, als Analogie für die Kontingenz der Bedeutung des Universums. Diese Frage wird durch seine Protagonisten verkörpert, deren Erzählung durch willkürliche Verbindungen wie die Entdeckung einer Pfeilform in der Struktur einer Stuckdecke gesteuert wird.

Seit 2021 entwickle ich meine zeichnerische Praxis weiter, indem ich gezeichnete Linien in mal polierten, mal lackierten Edelstahl übertrage. Diese Entwicklung entstand aus dem Wunsch heraus, meine Zeichnungen im Raum haltbarer zu machen und gegen die Wirkung der Schwerkraft zu arbeiten. Zuvor waren die geschnittenen Arbeiten aus Papier und Gewebeplane hergestellt worden. Das übrig gebliebene Gewebeplane einer früheren Arbeit (Wohnzimmer, 2019) diente als Modell für die neuen Metallskulpturen.

Indem ich rekonfigurierbare Skulpturen und Installationen schaffe, behandle ich jedes Element wie eine Linie oder einen Pinselstrich, der verschoben oder räumlich collagiert werden kann, um eine neue Zeichnung zu schaffen. Die Arbeiten sind nicht als Zeichnungen im Raum zu verstehen, sondern als Zeichnungen, die versuchen, Skulpturen zu werden. Sie haben ihren zweidimensionalen Raum verlassen, sind aber nicht ganz in die dritte Dimension eingetreten, sondern schweben in der 2,5 Dimension.

Vita

Dagmara Genda ist eine in Berlin wohnende Künstlerin und freiberufliche Kunstkritikerin. 1985 wanderten ihre Eltern als Wirtschaftsflüchtlinge aus Polen nach Kanada ein, wo sie ein wechselreiches Leben dadurch weiterführten, dass sie regelmäßig umgezogen sind. Unter anderem lebte Genda in Thunder Bay, Winnipeg, Saskatoon, Toronto, in Alaska in den Vereinigten Staaten sowie in London, Großbritannien. Seit 2016 wohnt sie in Deutschland und seit 2017 in Berlin. Eine entsprechende Neugier zeichnet sich in ihrer Arbeit durch verschiedene Materialien und Arbeitstechniken aus.

2011 hat Genda ihre erste Kunst im öffentlichen Raum in New York gemacht, wo sie eine Wandarbeit für ein Treppenhaus in einem Chelsea Altbau („a brownstone“) entwickelte und montierte. 2014 hat sie eine fünfstöckige Fassadenarbeit für Contemporary Art Forum Kitchener + Area Public Art Biennial realisiert. 2023 wurde ihr Projekt für eine U-Bahn Station in Toronto realisiert. In Deutschland sind ihre Entwürfe für das Bundesministerium für Bau und Heimat und für den Markt in Chemnitz mit 2. bzw. 3. Preis prämiert worden. 2023 realiserte die Künstlerin das zwei-teilige Projekt [ɡəˈhøːɐ̯] im Amtsgericht Königs Wusterhausen. Weitere Angaben zu Ihren Projekten können hier gefunden werden: http://www.dagmaragenda.com/bio.html