Wicke+Barišić

Kardo

2020

von griechisch καρδιά Herz, lateinisch cardo Achse; bezeichnete die bei der Anlage einer römischen Stadt in Süd-Nord-Richtung angelegte Hauptachse

Kardo ist eine von Süden nach Norden gezogene Achse aus Licht, die auf dem Gelände des heutigen Künstlerdorfs Schöppingen ab Einbruch der Dunkelheit leuchtet.

Wo früher im Norden Schulze Dorfkönig und kaum hundert Meter südlich Schulze Johann ihre Bauernhöfe bewirtschafteten, wirken heute bildende Künstler:innen auf der einen, Literat:innen und Komponist:innen aus aller Welt auf der anderen Seite.

Zwischen dem Hof der Literat:innen, dem Hof der bildenden Künste und der Kulturhalle der Schöppinger zeichnet Kardo eine Linie - Verbindung? Grenze? Rand?

Wenige Meter parallel zu Kardo laufen Geflüchtete aus der zentralen Unterbringungseinrichtung für die Erstaufnahme zum örtlichen Discounter. Auf der gleichen Achse verlassen jeden Herbst tausende Zugvögel ihre Brutgebiete und ziehen über dem Münsterland in ihre Winterquartiere im Süden.

Kardo steht für Migrations- und Energieströme allgemein. Die benötigte Energie dafür bezieht Kardo aus zwei beweglichen Solar-Fahnen an ihren beiden Endpunkten, die erste vor Schulze Johanns, die zweite vor Schulze Dorfkönigs Hof. Sie markieren
Territorien – vergangene, gegenwärtige, zukünftige?

dauerhafte Lichtinstallation
im Künstlerdorf Schöppingen, Münsterland

dauerhafte Lichtinstallation
im Künstlerdorf Schöppingen, Münsterland

Kardo (Diagramm)
dauerhafte Lichtinstallation
im Künstlerdorf Schöppingen, Münsterland