Jay Gard
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Text
Gards künstlerische Arbeit kreist um das Bauen als kulturelle Praxis. Seine Skulpturen setzen sich mit dem Gestaltungswillen des Menschen auseinander, der über reine Funktionalität hinausgeht. Frühe Arbeiten waren vor allem von klaren, geometrischen Strukturen geprägt, während er sich in den letzten Jahren zunehmend mit expressiven, geschwungenen Formsprachen auseinandersetzt. Dabei greift er Bezüge aus Barock und Rokoko auf und verbindet ornamentale Linien mit zeitgenössischen Materialien und Konstruktionen. Charakteristisch ist das Spannungsfeld zwischen Strenge und Freiheit: Viele Werke beruhen auf konstruktiven Systemen wie Gittern oder verschraubten Rahmen, die durch expressive Linien ergänzt werden.
Seine Arbeiten wurden unter anderem im Haus am Lützowplatz in Berlin (2020), im Jonas Mekas Visual Arts Center in Vilnius (2017) und im Museum Gunzenhauser in Chemnitz (2019) präsentiert. Mit der Skulptur Sanssouci realisierte er 2023 ein fünf Meter hohes Werk für den Vorplatz der Investitionsbank des Landes Brandenburg. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 entstand die monumentale Arbeit Plywood. Im selben Jahr präsentierte er die großformatige Skulptur Baroque Schnörkel im Pilane Skulpturenpark auf der schwedischen Insel Tjörn.
Vita
Aufgewachsen in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) erlebte Jay Gard seine frühe Kindheit in den ausgehenden Jahren der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Seine Mutter war Textilgestalterin, sein Vater Motorraddesigner. Gard studierte zunächst Malerei und Grafik an der Hochschule für Kunst und Design (Burg Giebichenstein) in Halle/Saale. Von 2006 bis 2008 arbeitete er in New York im Studio des US-amerikanischen Künstlers Tom Sachs sowie anschließend in Berlin für Thomas Demand. 2008 setzte er sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in der Klasse für Installation und Raum bei Joachim Blank fort. 2010 gründete er das Label „VEGA-Leipzig“, für das er verschiedene Design-Objekte entwarf und realisierte. Seit 2012 lebt und arbeitet Gard in Berlin. Dort ko-kuratiert er seit 2023 den Projektraum BcmA. Berlin.
Einzelausstellungen (Auswahl):
2025: On Life, the Universe and Everything Else (mit Wolfgang Flad), A Pick Gallery, Turin, IT
2024: Anything is Everything, Galerie Grölle, Wuppertal, DE
2024: Ornament als Versprechen (mit Jan Tichy), Galerie Kornfeld, Berlin, DE
2023: Ornaments from Earth, FS.ART, Tettnang, DE
2021: Circles, Grimmwelt, Kassel, DE
2020: We Built This City, Haus am Lützowplatz, Berlin, DE
2019: Gabriele, Museum Gunzenhauser, Chemnitz, DE
2018: Colors, Gether Contemporary, Copenhagen, DK
2017: Zeichen unter Zeichen, SEXAUER, Berlin, DE
2017: It’s the Frame Not the Painting, Jonas Mekas Visual Arts Center, Vilnius, LT
2016: making things makes us human, Gether Contemporary, Kopenhagen, DK
2015: Wrong History, SEXAUER, Berlin, DE
2015: Jay Gard, Galerie Oelfrüh Cabinet, Hamburg, DE
2014: Everybody‘s Moving, Galerie B2, Leipzig, DE
2013: Jay Gard, SEXAUER, Berlin, DE
2013: The Jay Gard Picture Collection, We make it, Berlin, DE
2011: Fun House, Universal Cube, Leipzig, DE
2008: Double Gard, Half Gallery, New York, US
Gruppenausstellungen (Auswahl):
2025: Pilane Skulpturenpark, Schweden, SE
2025: Schlossgut Schwante Skulpturenpark, Oberkrämer, DE
2025: Hofskulptur, Galerie Kornfeld, Berlin, DE
2024 Purple Path Skulpturenpark, Chemnitz-Olbernhau, DE
2024 Spektrale Skulpturenpark, TU-Wildau, DE
2024 Intersections, AishoNanzuka, Hongkong, HKG
2023 Body Language, Galerie Kornfeld, Berlin, DE
2023 Curator’s Choice II, FS.ART, Berlin, DE
2022 New Positions, Gether Contemporary, Copenhagen, DK
2021 Gods and Monsters, Kunstverein Montez, Frankfurt, DE
2020 Skulpturenpark, Schlossgut Schwante”, Oberkrämer, DE
2019 Habitat, JGM Gallery, London, United Kingdom, GB
2019 Sculpture Garden, Galerie Lisa Kandelhofer, Vienna, Austria, AT
2019 Museumseröffnung, Bauhaus Museum, Dessau, DE
2018: Ein Turm der Unmoeglichkeiten, König Galerie, Berlin, DE
2018: Melting Point, Kunst und Denker, Düsseldorf, DE
2017: Nah und Fern, Skulpturen Triennale Bingen, Bingen am Rhein, DE
2017: SMALL – an exploration of miniature, Sexauer, Berlin, DE
2016: Signale der Moderne, Stiftung Bauhaus Dessau, Dessau, DE
2015: Spring Exhibition, Museum Charlottenborg, Kopenhagen, DK
2014: Booster – Kunst Sound Maschine, Museum Marta Herford, Herford, Herford, DE
2012: Neuzugänge zeitgenössischer Kunst im Kunstfonds, Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, Berlin, DE
2010: Pavillon X, Galerie Jakopice, Ljubljana, SLO
2009: Décohérence, Sortie d‘Artistes, Rennes, FR
2008: Wore, Jack The Pelican Presents, New York, US