Infothek

Der Verdrängungsdruck für die 8.000 Künstler*innen in Berlin steigt zunehmend, innerstädtische Ateliers und Arbeitsräume werden teurer und die Covid-19-Pandemie hat die wirtschaftliche Situation für bildende Künstler*innen nur noch verschärft. Trotz dieser Entwicklung konnten durch das Land Berlin seit 2017 nur 282 neue bezahlbare und geförderte Ateliers angeboten werden – während jährlich etwa 350 verloren gehen. | Am 16.09.2021 – zehn Tage vor den Wahlen – stellt der Atelierbeauftragte das Weißbuch II Atelierförderung vor, zieht Bilanz der vergangenen Legislaturperiode und zeigt Rahmenbedingungen und Instrumente auf, die für eine gemeinwohl-orientierte Atelierförderung notwendig sind. | Das Weißbuch II ist Ergebnis eines monatelangen Arbeitsprozesses mit verschiedenen stadt- und kulturpolitischen Akteur*innen. Im Rahmen zweier Workshops wurden aktuelle Problemlagen diskutiert und Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Atelier- und Arbeitsraumförderung in der kommenden Legislaturperiode erarbeitet. Teilnehmende an den Workshops waren neben dem Atelierbeauftragten und dem Atelierbüro die Kulturraum GmbH, PROSA, Vertreter*innen aus dem Abgeordnetenhaus und dem Bundestag, Senatsverwaltungen, Mitglieder aus Genossenschaften, Planer*innen und Künstler*innen und Ihre Initiativen. | Am kommenden Donnerstag wird der Atelierbeauftragte außerdem die Positionen der demokratischen Parteien zu den Wahlprüfsteinen des Atelierbüros vorstellen. | Dr. Martin Schwegmann, Atelierbeauftragter für Berlin und Leiter des Atelierbüros im Kulturwerk des bbk berlin

Weißbuch II Atelierfoerderung

Über den Atelierbeauftragten und das Atelierbüro | Das Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlin ist die zentrale Anlaufstelle für alle in Berlin lebenden bildenden Künstler*innen auf der Suche nach einem Atelier – unabhängig von einer Verbandszugehörigkeit. Das Atelierbüro und der Atelierbeauftragte beraten bei der Ateliersuche und unterstützen bei der Erhaltung bestehender Ateliers. | Das Atelierbüro und der Atelierbeauftragte setzen sich dafür ein, Orte für die Produktion Bildender Kunst auch gegen verdrängende Aufwertungsprozesse nachhaltig in Berlin zu verankern und für Künstler*innen bezahlbar zu halten. | Wahlprüfsteine zur Abgeordnetenhauswahl 2021: 1. Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen; 2. Anpassung und Ausbau bestehender Förderinstrumente; 3. Ausbau von Atelierwohnungen; 4. Mitspracherecht von Künstler*innen und der Zivilgesellschaft; 5. Hilfe zur Selbsthilfe

Wahlprüfsteine 2021 Atelierbüro

Gesiebt, geätzt, geritzt: Die Druckkunst ist eine demokratische Technik. Im digitalen Zeitalter fasziniert sie aufs Neue – besonders auch in Berlin. Berlin ist die Stadt der digitalen Kunst und des Kupferstichs. Das eine schließt das andere nicht aus, ja die Arbeit mit den Daten und die Sehnsucht nach dem Handwerk verstärken sich sogar gegenseitig. Wo man in Sekundenschnelle jedes Detail eines Bildes manipulieren kann, wünscht man sich umso mehr die Handarbeit zurück. | Die Druckwerkstatt im Kulturwerk des berufsverbands bildender künstler*innen berlin (bbk berlin) ist die umfangreichste künstlerische Druckwerkstatt weltweit, zumindest im nicht-kommerziellen Bereich. Sie existiert seit 1955, zog 1973 ins Kunstquartier Bethanien am Mariannenplatz. Wer hier durch die Archive blättert – viele Künstler hinterlassen einen Original-Druck für die Sammlung der Werkstatt – entdeckt ein Stück Nachkriegs- Kunstgeschichte: Elvira Bach, A.R. Penck, K.H. Hödicke, Wolfgang Petrick und viele andere haben hier gedruckt. | Hochdruck, Flachdruck, Radierung, Lithographie, Siebdruck, alles ist möglich. Für jede Technik gibt es einen Spezialisten, der die Pressen kennt. Es gibt eine Buchbinderei und eine Papierwerkstatt, in der sogar der Vatikan bestellt. Wenn einmal im Quartal die Termine vergeben werden, stehen Künstler aus Berlin und anderswo schon morgens in der Schlange, um einen der begehrten Werkstatttermine zu ergattern. | Der Artikel von Birgit Rieger im Tagesspiegel vom 15.03.2021 ist nachzulesen unter:

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Am 15. Februar um 10 Uhr hat sich das neue Bündnis "Kultur Räume Berlin“ und ihre Akteur*innen der Öffentlichkeit vorgestellt. | Das Bündnis für Raum für die künstlerische Arbeit der Freien Szene, übernimmt ab 2021 die Aufgaben im Arbeitsraumprogramm von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa mit dem Ziel, Arbeits- und Produktionsräume weiterhin für alle Kunstsparten zu schaffen und zu sichern. Die eigens gegründete Kulturraum Berlin GmbH wird das operative Geschäft koordinieren und neue Wege ermöglichen. | Das Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlin feiert dieses Jahr sein 30 jähriges Jubiläum. Es entwickelt und vermittelt Ateliers und -wohnungen und berät Künstler*innen der Sparte Bildende Kunst in Atelierfragen. | Das Atelierbüro wird im Rahmen des neuen Bündnisses auch weiterhin Ihr Ansprechpartner für geförderte Ateliers sein. Darüber hinaus verfügt das Atelierbüro über ein breiteres Angebot an Atelierräumen, als das neue Bündnis für die Bildende Kunst abbilden kann und bleibt weiterhin die Anlaufstelle für Bildende Künstler*innen in Punkto Raumfragen. | Ziel des Bündnisses ist es, durch die Kooperation und die verschiedenen Expertisen der Akteur*innen die Prozesse agiler und effizienter zu gestaltet. So soll eine nachhaltige und räumliche Infrastruktur für die Künstler*innen Berlins geschaffen und ausgebaut werden. | Das Bündnis Kultur Räume Berlin kann eine große Chance sein, kommunale und zivilgesellschaftliche Kräfte und Akteure besser miteinander zu vernetzen, um der Raumnot, die alle künstlerischen Sparten und Arbeitsweisen gleichermaßen betrifft, wirksamer begegnen zu können. Dabei kommt es darauf an, gerade die zivilgesellschaftlichen Akteure zu stärken, sich unmittelbar an den Bedarfen der Künstler*innen und der künstlerischen Arbeit zu orientieren und – wie bisher seit Jahrzehnten in der Atelierförderung für Bildende Künstler*innen praktiziert – transparente, faire und von politischen Einflüssen freie Arbeitsraumentwicklungs- und Vergabeverfahren zu gewährleisten. Hier ist noch vieles offen. Es kann nicht darum gehen, das Rad neu zu erfinden, sondern das Bündnis wird nur dann ein gutes Vorhaben sein, wenn alle Beteiligten ihre Stärken ausspielen können und die dafür nötigen Mittel zur Verfügung haben – auch das Atelierbüro. Link zu youtube: Pressekonferenz zur Vorstellung des Bündnisses "Kultur Räume Berlin“:

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Die Zeitschrift erscheint einmal im Jahr. Auf Anfrage können Sie 'kunststadt stadtkunst' als Printversion über das Büro für Kunst im öffentlichen Raum des bbk berlin GmbH erhalten. Sie informiert über Kunstwettbewerbe in Berlin, Projekte und Aktivitäten des Büros für Kunst im öffentlichen Raum und nimmt an kulturpolitischen Debatten teil, die den öffentlichen Raum zum Thema haben. Sie bezieht auch internationale Entwicklungen in ihre Berichterstattung mit ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema „Kunst und Gedenken".

stadtkunst kunststadt 67 2020 Titelbild

Auszug: "Das seit 2014 stillgelegte Kongresszentrum ICC sollte zum Teil für Künstlerinnen und Künstler geöffnet werden. Das sagte die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Linken, Katalin Gennburg, dem rbb. Sie kritisierte dabei auch den bisherigen Umgang mit dem Baudenkmal als "absolut nicht in Ordnung": Es sei nicht nachvollziehbar, dass das ICC bis 2017 noch für Flüchtlinge genutzt wurde, seitdem aber "vergammelt", so Gennburg. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." ... Mit Blick auf den fehlenden Raum für Kunstschaffende in Berlin sei die Teilöffnung des riesigen Gebäudes an der Messe auch eine Möglichkeit, den Kreativen der Stadt während der Pandemie zu helfen. Gennburg hat dabei nicht nur die weiten Flure und Säle des ICC im Blick, sondern auch die große Bühne in Saal 1. Eine ähnliche Forderung hatte zuvor bereits der berufsverband bildender künstler*innen berlin aufgestellt. ... Unterstützung für ihren Vorschlag bekommt Gennburg von Berlins Atelierbeauftragten Martin Schwegmann. Die Stadt habe bis zu 10.000 bildende Künstler, aber nur 1.000 geförderte Ateiliers und Atelierwohnungen. Er kritisierte, dass ihm der zugang zum ICC für eine Prüfung der Örtlichkeiten bisher verweigert worden sei. Er forderte auf Nachfrage des rbb, das ICC "kurz- und mittelfristig für eine Kunst und Kulturnutzung teilzuöffenen". Als Vorbild verwies Schwegmann auf das einst von Abriss bedrohte Haus der Statistik, das derzeit im Rahmen eines Pionierprojektes mit Kunst- und Kulturnutzung erschlossen wird. ..."

Erster digitaler Kunst am Bau Wettbewerb erfolgreich durchgeführt!

Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen des Landes Berlin zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie und der Unmöglichkeit Sitzungen abzuhalten, entwickelte das Büro für Kunst im öffentlichen Raum einen ersten Leitfaden zur digitalen Durchführung von Wettbewerben für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum.

Ergebnisse der bbk berlin Blitzumfrage: Soforthilfe II und die Künstler*innen

Die Umfrage des bbk* berlin zur Soforthilfe II für Soloselbständige des Landes Berlin wurde in drei Tagen von insgesamt 1.744 Künstler*innen beantwortet.

Aus für Berliner Soforthilfeprogramm - jetzt ist der Bund gefordert.

Das Berliner Programm Soforthilfe II (Corona-Zuschuss) stellte für wenige Tage unbürokratische und schnelle finanzielle Unterstützung zur finanziellen Unterstützung von Soloselbständigen und Kleinstbetrieben mit bis zu 5 bzw. bis zu 10 Mitarbeitern aus Landes- und Bundesmittel bereit. Das Programm ist jedoch am 1. April 2020 um 12:00 Uhr vorzeitig beendet worden.

Das Soforthilfeprogramm des Bundes. Ein erstes kurzes Statement:

Das eigentliche Problem, das wir hier ansprechen müssen, ist das Versagen des Bundes. Behauptet wurde, Bundesregierung und Bundestag würden Schutzschirme über Selbstständige und Kleinunternehmen aufspannen, und Künstler*innen und kleine Kultureinrichtungen würden nicht im Stich gelassen werden. In vielen Medien wurde diese Darstellung unkritisch übernommen.