Infothek

Die Uferhallen im Wedding, ein zentraler Kulturproduktionsstandort in der Stadt mit seinen circa 100 Künstler*innen und Gewerbetreibenden, sind wieder in Gefahr! Das laufende Bebauungsplanverfahren ist gescheitert. Der lange Sondierungsprozess zwischen Eigentümer, Künstler*innen, Bezirk und Land endet ergebnislos. Somit ist der Verbleib der Künstler*innen und Gewerbetreibenden vor Ort immer noch gefährdet! Nichts ist erledigt. Die Samwer‐Brüder, deren Name verbunden ist mit Rocket Internet, Zalando, Jamba und jetzt Augustus Management GmbH, sind einer der größten Immobilieninvestoren der Stadt. Ihre Aktivitäten gefährden de facto Berlin als Kunststandort. Auch wenn sie den Standort als Kunst‐ und Kulturstandort vordergründig erhalten wollen, ist überhaupt nicht gesichert, von welcher Art der Kunst und Kultur hier die Rede ist. Von der für Berlin einzigartigen freien Kunstszene, die auf bezahlbare Mieten angewiesen ist, mit großer Sicherheit nicht. Es droht ein Ort der Investorenkultur wie im ehemaligen Tacheles‐Quartier. Ich appelliere an Senat, Bezirk und Eigentümer: findet zusammen mit den Künstler*innen eine langfristige Lösung, die diesem einzigartigem Ort der künstlerischen Arbeit eine Zukunft gibt! | Dr. Martin Schwegmann, Atelierbeauftragter für Berlin und Leiter des Atelierbüros im Kulturwerk des bbk berlin

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Trotz Grippe-Welle und Corona-Virus fanden sich am 9. Dezember 2022 mehr als 70 Künstler*innen und kulturpolitische Akteur*innen der Stadt zur Diskussionsveranstaltung „Kunst für die Demokratie“ in der Architektenkammer Berlin zusammen. Im Zentrum der Debatte stand die demokratische Organisation und Mitbestimmung der Künstler*innen in der Durchführung von Wettbewerben für Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum. | Die Kulturpolitischen Sprecher*innen der Abgeordnetenhausfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE, Daniela Billig und Manuela Schmidt, hoben die gesellschaftliche Bedeutung von Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum hervor. Sie betonten vor allem deren Barrierefreiheit für die Bürger*innen aller Generationen der Stadt. Übergeordnet unterstrichen sie die Notwendigkeit, in der Stadtentwicklungsplanung die Kultur und so auch Kunst am Bau und Kunst im öffentlichen Raum von Anfang an mitzudenken. | Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert hob für die Wettbewerbsdurchführung durch die Senatskulturverwaltung die Gesetzestreue in den Verfahren, das Bemühen um ausgewogene Jurys und die Umsetzung der Realisierungsempfehlungen der Preisgerichte hervor. Er zeigte sich offen für die Verbesserungsvorschläge zum Leitfaden Kunst am Bau, die von dessen Gutachter und Kulturtheoretiker, Dr. Eckhard Braun von der Universität Koblenz, in großer Klarheit vorgetragen wurden. Die Verbesserung des Leitfadens für Kunst am Bau und im Stadtraum auf der Grundlage der angesprochenen Kritik sei nun eine vorrangige Aufgabe. | Nicht nur Dr. Eckhard Braun, sondern vor allem die an der Diskussion engagiert beteiligten Künstler*innen betonten die zwingende Notwendigkeit maßgeblicher Mitwirkung in der Entscheidungsfindung in der Vorbereitung und Durchführung von Kunstwettbewerben. Damit Jurys und Gremien fachlich qualifiziert beraten und entscheiden können, müssen sie in ihnen mehrheitlich vertreten sein! | Damit gab die Diskussion vielfältige Anregungen und Anstöße dafür, die Fragen von Mitbestimmung und Transparenz in der Durchführung des Staatsauftrags für die Kunst im öffentlichen Raum weiter zu verfolgen und in den Regularien des Landes Berlin in Klarheit und Verbindlichkeit festzulegen. Die Veranstaltung war dafür ein Auftakt, den das Büro für Kunst im öffentlichen Raum gemeinsam mit den Partnern Akademie der Künste, Deutscher Künstlerbund, bbk berlin und Architektenkammer Berlin weiter fortsetzen wird.

Kunst für die Demokratie

Die Fachzeitschrift "kunststadt stadtkunst" wird jährlich vom Büro für Kunst im öffentlichen Raum im kulturwerk des bbk berlin herausgegeben. Sie informiert über die neuesten Entwicklungen der Kunst im öffentlichen Raum in Berlin und sorgt für Transparenz rund um das staatliche Auftragsgeschehen für Kunst am Bau und Kunst im Stadtraum im Land Berlin und in den Berliner Bezirken. | | Die Fachzeitschrift "kunststadt stadtkunst" liegt in vielen öffentlichen Kultureinrichtungen kostenlos aus und kann über die: Geschäftsstelle kulturwerk des bbk berlin, Köthener Straße 44, 10963 Berlin, bezogen werden.

Nachdem im letzten Jahr Katinka Theis als Bildredakteurin hinzukam, haben wir nun auch einen neuen Grafiker. Bijan Dawallu hat der aktuellen Ausgabe ihr Gesicht gegeben. Die Zeitung bleibt beim alten Format und hat im Innenteil ein neues Erscheinungsbild. Aus dem Inhalt: Der Leitartikel befasst sich diesmal mit dem Thema Teilnahmeverfahren contra Offene Wettbewerbe. Seraphina Lenz widmet sich dem Thema Kunst und Urbane Praxis. Wir ziehen eine Bilanz der temporären Projekte auf dem Prerower Platz aus dem vergangenen Jahr, und begrüßen ein Wandbild, das 30 Jahre verdeckt war zurück am Alexanderplatz. Das Kapitel Gedenkkunst kündigt das dekoloniale Denkzeichen in Neukölln an und befasst sich mit dem Umbau der Gedenkstätte Stukenbrock Stalag 236 für sowjetische Kriegsgefangene. Es folgen die Eröffnungsreden zur künstlerischen Kommentierung des Thälmann-Denkmals. Anahita Razmi schreibt über Kunst und Propaganda im öffentlichen Raum Irans und Martin Schönfeld beleuchtet Künstler:innen, Kunst und Erinnerung im Visier der Staatsgewalten. | Es folgen 14 Berichte über Kunstwettbewerbe in Berlin, so viele wie noch nie. Die Fachzeitschrift kunststadt stadtkunst liegt in vielen öffentlichen Kultureinrichtungen kostenlos aus und kann über unser Büro bezogen werden: Zum Download -> Die Fachzeitschrift kunststadt stadtkunst liegt in vielen öffentlichen Kultureinrichtungen kostenlos aus und kann über unser Büro bezogen werden:

Die vorliegende Studie zur Erkundung von Arrondierungs- und Splitterflächen für die Umsetzung innovativer Nutzungen ist Fortsetzung der Diskussionen des Runden Tischs Liegenschaftspolitik und Resultat des stadtpolitischen Einsatzes von Katalin Gennburg (Die LINKE). Die Studie wurde von raumlaborberlin und dem Atelierbeauftragten im kulturwerk des bbk berlin erarbeitet. Sie ist eine Weiterführung der gemeinsamen Publikationen ArtCityLab 1 und 2. Das Ziel der Studie Urbane Optionsflächen ist die Erschließung von neuen Flächen für gemeinwohlorientierte Nutzungen (für Kunst, Kultur, aber auch Soziales, Bildung und besonderes Wohnen). Im Zentrum der Studie steht ein transparenter und nachhaltiger Umgang mit den Berliner Liegenschaften. Ein Resultat der Studie ist die veränderte Sicht der Berliner Liegenschafts- und Stadtentwicklungspolitik auf Orte jenseits einer primär ökonomischen Verwertungslogik. Dieser neue Blick manifestiert sich in der Einführung des Begriffs der Urbanen Optionsfläche als künftige Raumpotenziale in der Stadt zu erschließen und die Liegenschaftspolitik für nachhaltige und innovative Nutzungen zu sensibilisieren, um erweiterte Perspektiven in der Entwicklung des städtischen Raums zu eröffnen. Im Rahmen einer Entwicklung, die auf ökologische Transformation und soziale Nachhaltigkeit ausgelegt ist, bilden Urbane Optionsflächen in neues Konzept für die Unterstützung einer gemeinwohlorientierten Raumproduktion. | Urbane Optionsflächen sind Ergebnis eines umfassenden Bewertungsprozesses kommunaler Liegenschaften, welcher einzelfallspezifisch landeseigene Flächen in gemeinwohlorientierte Nutzungen überführt. Die Suche nach Urbanen Optionsflächen erfordert eine zielgerichtete Vorgehensweise in der Erkundung landeseigener Liegenschaften und verlangt eine konsequente Ausweitung der operativen Möglichkeiten zur Evaluierung und Vergabe. Die konsequente Einnahme der Nutzer*innenperspektive bei der Erschließung von Flächen auch abseits etablierter Prozesse und Vorgehensweisen ermöglicht die Adaption ungenutzter Liegenschaften. Urbanen Optionsflächen bedeuten für Berlin nicht zuletzt die Entwicklung eines alternativen Instruments zur nachhaltigen Gewinnung und Nutzung des städtischen Raums, ein Upcycling von Flächen.

Studie Urbane Optionsflächen - cover

Kampagne ALTE MÜNZE NEUE CHARTA – Button teilen

Die AG Alte Münze will eine gemeinschaftliche, öffentliche Entwicklung der Alten Münze zum Kulturstandort. Grundlage soll die Charta sein, die im Beteiligungsverfahren 2019 erarbeitet wurde. Doch leider sind die Planungen der Senatsverwaltung für Kultur und Europa nach wie vor nicht transparent. Wenn ihr unsere Forderung unterstützt, dann installiert den Button ALTE MÜNZE NEUE CHARTA auf eurer Website. Damit können wir mehr Sichtbarkeit für die Charta in der Öffentlichkeit erreichen!

Alte Münze Neue Charta

Stellungnahme des Atelierbeauftragten für Berlin zum Koalitionsvertrag für Berlin 2021-2026 von SPD, Bündnis90/Die Grünen und die LINKE | "Da kann man nicht meckern!" | Denn der heute vorgestellte Koalitionsvertrag für die nächste Legislaturperiode im Land Berlin | sieht folgendes vor: Atelierförderung und generell die Förderung kultureller Infrastruktur wird ausdrücklich auch wieder eine Aufgabe der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Darüber hinaus wird es wieder Atelierwohnungsneubau geben. Auch genossenschaftliche Atelierhausprojekte sollen gefördert werden. Das Arbeitsraumprogramm der Senatsverwaltung für Kultur und Europa soll aufgestockt werden, ausdrücklich ist dabei wieder von einem Atelieranmietprogramm des Atelierbüros die Rede. Hierbei ist auch sehr gut, dass die bisher praktizierte pauschale Zählung von Räumen als Maßstab der Zielerreichung im spartenübergreifenden Arbeitsraumprogramm aufhört und damit der Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Es ist auch zu begrüßen, dass die Politik weiterhin auf kooperative Stadtentwicklung bei ausgewählten landeseigenen Liegenschaften wie dem Haus der Statistik, dem Rathausblock und der Wiesenburg setzt und die Kooperationen mit der Stadtgesellschaft bei der Entwicklung neuer Standorte weiter ausgebaut werden soll. Auch die Aussagen zum Thema Konzeptverfahren lassen Spielraum für eine richtige Entwicklung. Dies ist alles gut und alles richtig, daher das Berlinische Lob in der Überschrift. Nun beginnen die Mühen der Ebenen. Der Atelierbeauftragte und sein Büro werden ihre ganze Arbeitskraft einsetzen, um möglichst schnell möglichst viel aus den Vorgaben des Koalitionsvertrages umzusetzen und aktiv zu begleiten.

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Die Fachzeitschrift "kunststadt stadtkunst" wird jährlich vom Büro für Kunst im öffentlichen Raum im kulturwerk des bbk berlin herausgegeben. Sie informiert über die neuesten Entwicklungen der Kunst im öffentlichen Raum in Berlin und sorgt für Transparenz rund um das staatliche Auftragsgeschehen für Kunst am Bau und Kunst im Stadtraum im Land Berlin und in den Berliner Bezirken. | In 15 Artikeln berichtet die aktuelle Ausgabe Zeitschrift 68-2021 über abgeschlossene Wettbewerbsverfahren, darunter mehrere gedenkpolitische Kunstwettbewerbe. Ein Beispiel ist der Roedeliusplatz in Lichtenberg mit seiner besonderen Geschichte und der leider noch nicht finanzierten Kennzeichnung der "Letzten Wege" der Deportierten in die nationalsozialistischen Vernichtungslager durch Berlin-Mitte. | Die zwei großen Wettbewerbe für temporäre Kunst im Stadtraum an der Karl-Marx-Allee in Mitte und auf dem Prerower Platz in Hohenschönhausen werden ausführlich vorgestellt. Die Projekte für Kunst am Bau in der Berliner Schulbauoffensive sind ein weiterer Schwerpunkt. | Martin Schönfeld thematisiert die Grenzen der Kunstfreiheit beim Potsdamer Wettbewerb zum Bundespolizeipräsidium, wo seitens des Auslobers keine tagespolitischen Bezüge der Entwürfe erwünscht waren. Oliver Störmer analysiert die Funktionsweise von kommerziellen Vergabe- und Bieterplattformen und leistet damit bereits eine Argumentationshilfe für die Entwicklung einer nicht kommerziellen App zur Abwicklung größerer Wettbewerbsverfahren. | Der Diebstahl von Thorsten Goldbergs "Goldnest" und die ignorante Reaktion von Behörden und Öffentlichkeit kommen zur Sprache. Auf einem Spaziergang mit René Ebersbach bekommen die Leser:innen einen Eindruck von der Kunst im öffentlichen Raum durch Chemnitz. | Kulturpolitisch wird die notwendige Reform des Leitfadens Kunst am Bau des Landes Berlin betrachtet. Die Positionen von Berliner Landespolitiker:innen zur Kunst im öffentlichen Raum werden in Auszügen aus Interviews von Sabine Reinfeld und Frauke Boggasch wiedergegeben. | Katinka Theis schreibt über Paris im Ausnahmezustand während des Corona-Jahrs 2020. Elfriede Müller rezensiert ausführlich das im Metropol Verlag erschienene Buch „Multidirektionale Erinnerung“ von Michael Rothberg, das einen wichtigen Beitrag zum neuen Historiker:innenstreit über den Bezug zwischen Kolonialismus und Holocaust darstellt. | Die Fachzeitschrift "kunststadt stadtkunst" liegt in vielen öffentlichen Kultureinrichtungen kostenlos aus und kann über die: Geschäftsstelle kulturwerk des bbk berlin, Köthener Straße 44, 10963 Berlin, bezogen werden.

kunststadt stadtkunst 68 2021

Der Atelierbeauftragte zieht mit dem Weißbuch II Atelierförderung Bilanz der vergangenen Legislaturperiode und zeigt Rahmenbedingungen und Instrumente auf, die für eine gemeinwohlorientierte Atelierförderung notwendig sind. Das Weißbuch II ist Ergebnis eines monatelangen Arbeitsprozesses mit verschiedenen stadt- und kulturpolitischen Akteur*innen. Im Rahmen zweier Workshops wurden aktuelle Problemlagen diskutiert und Lösungsansätze für die Weiterentwicklung der Atelier- und Arbeitsraumförderung in der kommenden Legislaturperiode erarbeitet. Teilnehmende an den Workshops waren neben dem Atelierbeauftragten und dem Atelierbüro die Kulturraum GmbH, PROSA, Vertreter*innen aus dem Abgeordnetenhaus und dem Bundestag, Senatsverwaltungen, Mitglieder aus Genossenschaften, Planer*innen und Künstler*innen und Ihre Initiativen.

Weißbuch II Atelierfoerderung

Das Büro für Kunst im öffentlichen Raum im kulturwerk des bbk berlin präsentiert eine Broschüre mit Kunst am Bau Arbeiten an Berliner Schulen aus den Jahren 2017-2020. | Die Kunstwerke sind aus Wettbewerben hervorgegangen und stellen gelungene Beispiele für kommende Kunstwerke im Rahmen der Berliner Schulbauoffensive dar. | Aufgrund der aktuellen Bautätigkeit und den aus ihr resultierenden Wettbewerben für Kunst am Bau sollen Bauherren und Schulen mit dieser Broschüre Anregungen erhalten. Die Beispiele machen die Vielfalt der zeitgenössischen Kunst deutlich. Die Begegnung mit der Kunst erfolgt an einem Ort des alltäglichen Lebens und nicht im Museum. Die Arbeiten bieten Schüler:innen und Lehrer:innen ein einzigartiges Angebot kultureller Bildung. Sie stellen vielleicht den ersten Kontakt junger Menschen mit zeitgenössischer Kunst her. Ob Installationen, Malerei, partizipatorische Kunst, Videoarbeiten, Skulpturen: immer wird dabei auf die Besonderheiten der Schule und die Bedürfnisse der Nutzer:innen eingegangen und etwas Einzigartiges geschaffen.

Berliner Schulen Broschuere Titelblatt

Broschüre Kunst am Bau an Berliner Schulen