Traum: Durch schwarze Stäbe verbundene Böden und Decken. Die Stäbe sind Halterungen für riesige gedrechselte rosa Figuren. Es gibt auch zwei Kohlköpfe, die sich teilen + über meine fleischfressenden Pflanzen herfallen. Dann alles in s/w ...
Die schwarzen, gedrechselten Stäbe, die Böden und Decken eines Raumes der Kunsthalle Tübingen virtuell verbinden, hängen wie Stalaktiten herab oder wachsen wie Stalagmiten aus dem Boden. Eine neonpinke Stange erscheint als augenzwinkerndes Echo auf den Traumtext. Man denkt an die verrückten pinken Skulpturen in Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“ oder an barocke Elfenbeinschnitzereien oder auch an Oskar Schlemmers „Triadisches Ballett“. Die Stange setzt sich im Doppelbild des zugeknöpften Mannes fort. Wissenschaftliche Kurven verwandeln sich in ihre glänzenden Schatten. Das beobachtende Auge springt hin und her zu weiteren Figuren in Kostümen (Tradition, Geschichte, Fetisch), die bereits Rorschach-ähnliche Spiegelungen, Bildstörungen und Glitches durchlaufen haben. Alles wird dann durch die Frau im Bikini vereitelt (?). Das gesamte Bild scheint jedoch tatsächlich aus den beiden Kohlköpfen zu entspringen. Ihre Kurven, gestörten kreisförmigen Strukturen und ebenso leeren Zwischenräume ziehen sich durch den gesamten Bildraum. Und so funktionieren letztendlich auch unsere Träume: Ein Bild jagt das andere.