Suspend, Museo de Arte Moderno de Bogotá
In in meiner Einzelausstellung Suspend im Museo de Arte Moderno de Bogotá, hob ich die emblematischen Elemente der modernen Architektur des Museums hervor, indem ich sie mit schwarzen, trägerlosen Acrylgemälden intervenierte, die vollständig von Hand gefertigt waren. Neben einer historischen Anspielung auf Künstler:innen der Moderne wie stellte diese Geste die Performativität der Malerei in Frage: Da die aus Wandfarbe und Acrylharzen bestehenden Oberflächen keinen textilen Bildträger hatten, erstreckten sie sich mit der Zeit, sammelten sich auf Glasscheiben und veränderten ihre Form. Als Finissage der Ausstellung realisierten wir in Zusammenarbeit mit dem Drag-Kollektiv „House of Tupamaras” die Performance „Tensión” (Spannung). Dabei zogen sie über mehrere Stunden hinweg im Atrium des Museums eine Schlaufe aus Acrylfarbe in entgegengesetzte Richtungen, bis die Oberfläche der Spannung und der Körpertemperatur nachgab. In einer zweiten Iteration dieser Arbeit hing die schwarze Malereioberfläche von der Brüstung eines zweiten Stockwerks des Museums, bis sie riss und auf eine Glasscheibe herunterfiel. Damit wurde sowohl das Gewicht der Malerei selbst als auch das Gewicht ihrer Geschichte reflektiert.