Michael Picke

Soziales-Natur-Netzwerk

2025

Wettbewerb Kunst am Bau Alice Salomon Hochschule Berlin

Konzept
Architektur in Beziehung zur Natur ist Schwerpunkt meiner Arbeit im Bereich Kunst am Bau.Hier suche ich nach neuen Formen im Spannungsfeld von naturlich Gewachsenem und technisch Konstruiertem. Disparates soll in Beziehung treten und Resonanz erzeugen – Getrenntes soll verbunden werden und Transition ermöglichen.

Idee
Der Grundgedanke meiner kunstlerischen Idee ist, wichtige Aspekte des Leitbildes der Alice Salomon Hochschule in einen adäquaten Entwurf umzusetzen. Zusammenarbeit in Netzwerken,Transdisziplinarität, Nachhaltigkeit, soziale Kulturarbeit und der internationale Austausch nehmen unter anderem einen hohen Stellenwert in der Hochschule ein. Das Prinzip der Kooperation und des Austausches in einem sozialen, interdisziplinären Netzwerk gibt es auch in der Natur. Bäume bilden mit ihren Wurzeln, zusammen mit Pilzmyzelen, ein unterirdisches Geflecht zum Austausch von Nährstoffen und Informationen. Beispielsweise wird kommuniziert, welcher Baum Wasser oder Nährstoffe braucht. Sie teilen mithilfe des Netzwerks auch ungleich verteilte Ressourcen. So ernährt ein großer Baum den Keimling, der in seinem Schatten wächst, und eine leistungsstarke Pflanzenart unterstützt eine leistungsschwache andere Art in ihrer Nähe. Die Analogie von sozialen Netzwerken im Hochschul-Kontext und im Natur-Kontext ist der Ursprung meines künstlerischen Konzepts.

Intention und Umsetzung
Ausgehend von der Abbildung eines Myzels habe ich die Geflecht-Strukturen abstrahiert und in eine neue grafische Gestaltung transformiert. Da die Hochschule keinen Campus mit Grunflächen hat, sollen die biologischen Formen im Innenraum eine Natur-Atmosphäre als Kompensation erzeugen. Wie ein Schattenwurf auf die Wand entstehen organische, dynamische Linien und Flächen im kontrastreichen Zusammenspiel mit der statischen, geometrischen Architektur, was zu
Natur-Assoziationen inspirieren soll. Im Fokus meiner kunstlerischen Intervention stehen das Foyer und die Mensa als zentrale Orte der Hochschule. Ein gefrästes, lineares Netzwerk-Relief in die Holzpaneele der Ruckwand soll das Foyer gestalterisch bereichern und beleben, um die Aufenthaltsqualität fur die Studierenden zu erhöhen. Das Wandbild in der Mensa illustriert das imaginierte Soziale-Natur-Netzwerk mit seinem Geflecht aus Versorgungs- und Informationswegen. „Was denkst du?“ - “wir helfen euch“ - „alles klar“ - die Wort-Schnipsel in den blauen Feldern sollen in der Anmutung von Sprechblasen einzelne kurze Aspekte der sozialen und
interdisziplinären Kommunikation veranschaulichen - in einer Atmosphäre der solidarischen Unterstutzung sowie gleichberechtigter Partnerschaft und Zusammenarbeit.

Ansicht Voyer

Wand Voyer

Wand Mensa