Fritz Balthaus

SCHON...SCHOEN...SCHOCK

SCHON.SCHOEN.SCHOCK
dieser Kunstvorschlag arbeitet mit der historischen SCHOCKEN-Leuchtschrift, gibt ihr neuen Sinn und läßt sie dabei flackernd verschwinden.

Die Leuchtbuchstaben erwecken beim ersten Hinsehen den Eindruck, als würden sie über die Jahre ausgefallen sein und bald vollständig erlöschen. Eigentlich wie das Lebenswerk des Kaufhausgründers Salman Schocken in Deutschland. Beim zweiten und dritten Hinsehen bemerken die Passanten, daß der Buchstabenwechsel System hat und die Buchstabenfragmente Bedeutungen haben. Worte leuchten auf und verschwinden wieder. So leuchten alle dem Namen SCHOCKEN innewohnenden Worte wie in einem endlosen Laut- und Sinngedicht auf. Die leuchtenden
Wortfragmente stellen Bezüge zum historischen Kaufhauskonzern und den dort einstangebotenen Waren her: SCHOC, SHOE, SOCKEN, etc. Dieses Spiel mit Buchstaben weist aber auch auf die verschwundene Buchhandlung
des Kaufhauses hin, auch auf die vorgesehene Crimmitschauer Stadtbibliothek im Gebäude und stellt en passant einen Bezug zum einst verbotenen Verlag und zur geretteten Bibliothek Salman Schockens in Israel her. Im Titel ...SCHON, SCHOEN, SCHOCK... ist bereits alles angesprochen was mit der ‚schönen‘ und schockierenden Geschichte des Kaufhauses SCHOCKEN zusammenhängt. Dabei darf aber der Jahrhundert-SCHOCK
nicht vergessen werden. Der Begriff SCHOA/SHOA, die Vernichtung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten, wird nicht am Gebäude aufleuchten, allein weil es den Buchstaben ‚A‘ im Namen SCHOCKEN nicht gibt. Dieser gestalterische Verzicht folgt der typografischen Redlichkeit eines auch ästhetisch kompromißlosen Salman Schocken. Der Schriftzug und Name des Kaufhausgründers SCHOCKEN wird nie vollständig leuchten
sondern zum Verschwinden gebracht. So wird die Leuchtschrift einer verlöschenden Kerze ähnlich.

SCHON

SCHOEN

SCHOCK