Ohne Titel (An Lutz 1978 / 2024)
Dem Entwurf liegt die nicht mehr existierende Fassadengestaltung des Designers Lutz Rudolph für die ehemalige Schule für Außenwirtschaft zugrunde, indem die Farben und Formen seines Mosaiks als Vorlagen für dreidimensionale Alu- und Stahlskulpturen benutzt wurden. Der daraus resultierende Eingriff sieht aus, als hätte sich das Mosaik von der Giebelwand der alten Schule gelöst und wäre in das neue Gebäude hineingeschlüpft. Wie ein Überbleibsel oder ein Gespenst lebt Rudolphs Werk im Neubau weiter. Anstatt die Geschichte zu bewahren, betrachte ich die Vergangenheit als eine Gelegenheit, etwas Neues zu schaffen. Dadurch wird sie ein aktives Mittel, das die Möglichkeit und den Fortschritt ankurbelt, ohne selbst in Vergessenheit zu geraten.
Die Arbeit besteht aus sechs Teilen, wobei fünf in der Schule und eine im Außenbereich verteilt sind. Da in den sogenannten "Aulen" die Aluskulpturen in die Öffnungen im Boden zwischen den Etagen montiert wurden, bringen sie die verschiedenen Bereiche der Schule optisch in Verbindung. Vom Erdgeschoss aus ist es möglich, den Blick bis zum 5. Obergeschoss zu richten. Im Außenbereich wird ein Motiv von Rudolph als wellenförmige lackierte Edelstahlskulptur realisiert, auf der Schüler*innen sitzen können.