Im Mittelpunkt der Ausstellung in der Galerie Conradi steht die dynamische Form im Moment ihres Entstehens und Begreifens; Bewegung als fragiler wie ephemerer Zustand. Die Oberfläche eines Meeres scheint opak und suggeriert zugleich Tiefe. Formen, die ein Energiepotenzial entfalten.
Skulpturen und Objekte haben eine vertikale Dynamik, versinnbildlichen Bewegung von unten nach oben und umgekehrt. Weiterhin entfalten die Garnspulen ein Spannungsverhältnis von Boden und Decke, das zugleich zusammendrückend und aufsprengend wirkt. Darüber hinaus ist das Garn auf der Spule, in unterschiedlicher Farbigkeit, eingefrorene Bewegung, eine zusätzliche Rotation um die eigene Achse. Zwischen Form und Bewegung entfaltet sich schließlich ein fragiles Gleichgewicht, eine bereits in Auflösung begriffene Präsenz. Jeder Bewegung wohnt eine eigene Zeitlichkeit inne, die temporär in der Schwebe verbleibt.

Der vollständige Text der Kuratorin Stephanie Seidel findet sich hier: https://rapedius.net/texte/stephanie-seidel

O. 039
Garn, Pappspulen, Metallstangen
Höhe variabel

Ausstellungsansicht Galerie Conradi, Hamburg