LUFTI KUSS, necht realisiert, Kita, Berlin
Konzeptidee
Kinder reißen Papier – intuitiv, spontan und mit großer Freude. Dieses einfache Tun gehört zu ihren ersten gestalterischen Erfahrungen und steht für einen ursprünglichen, spielerischen Zugang zur Welt.
Ausgehend von dieser Beobachtung entwickelt sich die Arbeit „Lufti Kuss“: Drei in den Grundfarben Rot, Gelb und Blau bemalte Papierstreifen wurden in unterschiedlichen Längen und Breiten gerissen, ziehharmonikaartig gefaltet und anschließend wieder aufgefächert.
Diese elementaren Formen dienen als Ausgangspunkt für eine plastische Übersetzung im Raum. Horizontale, vertikale und schräge Linien- und Formverläufe erzeugen – insbesondere bei Sonnenein- strahlung – ein kontrastreiches Licht- und Schattenspiel, das den Raum lebendig strukturiert.
Die Formen bilden keinen lesbaren Text – ihr Inhalt ist die Form selbst: Farbe, Bewegung und Licht werden zu den eigentlichen Bedeutungsträgern.
Gestaltung und Umsetzung
Im Foyer entfalten die drei Aluminiumkörper ihre volle räumliche Wirkung. Sie hängen frei im Luftraum des Treppenhauses und korrespondieren mit der hellen, hölzernen Architektur des Raums sowie dem Gefüge des Treppenlaufs.
Durch die großen Fensterflächen wird die Arbeit ständig von wechselndem Tageslicht durchzogen, wodurch sich die Intensität von Farbe und Schatten im Verlauf des Tages verändert.
Die schwebenden Formen fügen sich rhythmisch in den Treppenlauf ein, greifen dessen Bewegung auf und spiegeln sie in einer leichten, fast tänzerischen Geste wider.
Für die Kinder wird „Lufti Kuss“ zu einem täglichen visuellen Begleiter: Die kräftigen Farben, das Lichtspiel und die wechselnden Perspektiven regen ihre Wahrnehmung an und laden zum Staunen ein.
Das Werk bringt Bewegung, Freude und sinnliche Erfahrung in den architektonischen Alltag der Kita – ursprünglich, lebendig und frei.