Martin Sulzer

let the sine shine

2022

Das Kunstwerk „Let the sine shine” für den Lichtschacht des Instituts für Mathematik (MATH) thematisiert die Schönheit komplexer Kaustiken, die durch Lichtreflexionen auf einer Spiegelfläche entstehen. Als Medienkünstler konzentriere ich mich auf neue visuelle Erscheinungsformen, wobei Kaustiken in der 3D-Computergrafik lange Zeit als schwer simulierbar galten. Kaustiken beschreiben Bereiche, in denen Lichtstrahlen Tangenten an eine gebogene Fläche bilden, ähnlich den Lichtspielen auf dem Meeresgrund.

Mein Entwurf basiert auf einer verchromten Edelstahlform, die am oberen Ende des Luftraums im 6. Obergeschoss befestigt wird. Diese Skulptur, entstanden aus der Überlagerung zweier Sinuskurven, wird so positioniert und geneigt, dass sie multidimensionale katakaustische Reflexionen im Innenraum erzeugt. Eine Sonnenstandsimulation wird die exakte Form und Position der Skulptur vor der Realisierung optimieren.

Die komplexen Lichtspiele verändern sich im Tagesverlauf und geben indirekt Aufschluss über den Sonnenstand. Obwohl die Lichtbewegung langsam ist, wird sie bei wiederholter Betrachtung erfahrbar. Über die Dauer eines Jahres werden durch minimale Verschiebungen der Lichtformen auch größere zeitliche Dimensionen spürbar.

In den Wintermonaten wird ein lichtstarker Spot als künstliche Lichtquelle dienen, ebenfalls am oberen Rand des Luftraumes angebracht und idealerweise durch Solarzellen betrieben. Die Edelstahlform wird ca. 300 x 700 cm groß sein und an der Betonwand befestigt.

Ort: Technische Universität Berlin
Wettbewerb: Auswahl 2. Phase, nicht realisiert

Blick von unten auf die Skulptur, die am oberen Ende des Luftschachts installiert ist.

Kaustiken auf dem Beton, 2. Stock

Ansicht der Skulptur im 6. Stock