Eva Susanne Schmidhuber

Klang der Erinnerung

2014

Das Denkzeichen Klang der Erinnerung in der Gedenkstätte Sachsenhausen ist drei französischen und vierundzwanzig deutschen politischen Häftlingen gewidmet, die am 11. Oktober 1944 aufgrund des Verdachts auf Widerstand im Konzentrationslager ermordet wurden. Es wurde von einer Fachjury an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee im Rahmen eines künstlerischen Wettbewerbs ausgewählt. Die Jury setzte sich zusammen aus einem Fachgremium mit bekannten Künstlern, dem Historiker und Leiter der Gedenkstätte Prof. Dr. Günter Morsch und Angehörigen der Ermordeten. Klang - flüchtig wie die Erinnerung - wird zum Medium des Gedenkens: Siebenundzwanzig Edelstahlstangen, die in einer runden Bodenplatte verankert sind, können durch äußere Einwirkungen in Schwingungen versetzt werden. Die Skulptur fügt sich in ihrer minimalistischen Form, die einem Baumstamm gleicht, in die Lichtung ein und bewegt sich wie Äste im Wind. Die Stangen sind in ihrer Höhe und Breite verschieden groß, je nach Lebensalter und Haftdauer der Opfer. Die Höhe der Stangen wurden als Subtraktion von der zwei Meter hohen Lagermauer abgeleitet. Die Namen und biografischen Details der Gefangenen sind einzeln lesbar. Jede Stange steht sinnbildlich für einen der Gefangenen und erzeugt durch die individuelle Größe ihren eigenen Klang.

Klang der Erinnerung

Klang der Erinnerung