Carola Rümper

it`s me

2015

it`s me
Fotoprojekt
Förderung durch "Aktion Mensch"
Teilnehmeranzahl: 5 - 6 Teilnehmer zwischen 20 und 60 Jahre
Projektzeitraum: Mai – September 2015
Projektpräsentation: September 2015

Projektdarstellung:
Jeder von uns hat das Bedürfnis sich mit in die Gesellschaft einzubringen, diese mit zu formen und seine Meinung "kund zu tun". Ob mit oder ohne Behinderung, Menschen fühlen sich verpflichtet in die Gesellschaft hinein zu reichen und diese mitzugestalten.
Bereits Aristoteles sprach von dem Menschen als Gemeinschaftswesen. Nach Aristoteles strebt der Mensch nach einem glücklichen Leben. Er erreicht dieses wenn er "tugendhafte Entscheidungen" trifft. In der Nikomachischen Ethik spricht Aristoteles darüber, das der Mensch sich verwirklicht in seiner Menschlichkeit indem er über das Gute für sein Leben insgesamt und in der Gemeinschaft mit anderen nachdenkt und dieses auch ausführt.
Blicken wir nun als Mensch in unsere Biographie hinein, sehen wir mindestens eine Situation, die unser gesellschaftliches Engagement wiedergibt. Wir bieten einer gestürzten Person Hilfe an, wir leisten Erste Hilfe an einem Unfallort.
In dem Projekt "it`s me" werden die Teilnehmenden dazu aufgefordert sich dieser speziellen Situation zu erinnern und sich ihr in besonderer Weise zu widmen. Anhand von selbst angefertigter Fotografien wird dieses gesellschaftliche Engagement visualisiert.
Die Teilnehmenden entscheiden selbst über die Art der Umsetzung. Vorgegeben ist lediglich die Methode des Fotografierens. Im individuellen Prozess erarbeiten die Teilnehmenden die fotografische Umsetzung. Die Künstlerin Carola Rümper wird die Teilnehmenden einzeln begleiten und beratend bei der Findung der szenischen Fotografien und bei der Umsetzung behilflich sein. Zur Beantwortung von künstlerischen Fragestellungen wie z.B. Farbgebung, Schärfentiefe steht sie in Einzelterminen zur Verfügung.
Im Fokus des Projektes steht das Interesse von behinderten Menschen an gesellschaftlicher Mitwirkung. Ein Aspekt, der zu oft im Hintergrund bleibt.
"Menschen mit Behinderung wurden im Diskurs um das freiwillige Engagement lange Zeit überwiegend als Empfänger/innen ehrenamtlicher Leistungen wahrgenommen. Doch zunehmend sind sie in einer Vielzahl von Engagementfeldern selbst freiwillig tätig. Die defizitäre Sicht auf Menschen mit Behinderung beginnt so einem Bürger-Paradigma zu weichen, das auf die Pluralität gesellschaftlicher Gruppen, Lebensformen und Lebensweisen setzt. (…)" (Zitat aus www.zze-freiburg.de / Zentrum für zivilgesellschaftliche Entwicklung)
Das gesellschaftliche Engagement von Menschen mit Behinderung wird in dem künstlerischen Projekt "it`s me" im Sinne des Inklusionsgedanken sichtbar gemacht. Menschen ohne Behinderung bleibt dieses Engagement oft verborgen. Der Mensch mit Behinderung wird in der Gesellschaft zum großen Teil lediglich als "Hilfebedarfsempfänger", wahrgenommen, als Mensch mit Defiziten. Das vorhandene Potenzial für die Gesellschaft wird oft nicht erkannt und bleibt daher ungenutzt. Im Projekt "it`s me" werden einzelne Menschen mit ihrem gesellschaftlichen Engagement sichtbar gemacht. Besonders die moralische Verpflichtung, die Menschen (mit Behinderung) empfinden und leben, wird in den Vordergrund gestellt.