Annett Glöckner

Irgendwas mit Himmel. 2025

2025

Irgendwas mit Himmel. 2025. Ausstellung im Sternschuppen, Pavillion der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. 17.5. – 1.6.2025. Performance zur Eröffnung auf dem Vorplatz für Ausstellungsbesucher*innen und Passant*innen. kuratiert von Elena Dorn, Valentin Wagner und Nouchka Wolf

folgender Text Elena Dorn:

Möglicherweise befinden wir uns bereits im Age of Aquarius, einer Zeit des technologischen und sozialen Umbruchs: ein neues Zeitalter der Harmonie und Gleichheit, des Zusammenhalts und der Gemeinschaft soll anbrechen. Wann genau dies passiert, darüber sind sich die Astrolog*innen uneinig.

In „Age of Aquarius“ bezieht sich die bildende Künstlerin Annett Glöckner metaphorisch auf diese
wundersame Wendezeit. Ihre Textilarbeit zeigt allerlei Lebendiges wie Tiere, Pflanzen und Gemüse
in Harmonie und Einklang mit der Umgebung. Ihre Arbeiten sind gleichsam poetisch wie
humorvoll, leicht und tiefgründig. Die Idylle scheint greifbar, wenn der Wind nur aus der richtigen
Richtung weht. Das Fragile braucht eine inhärente Stabilität, um bestehen zu können, auch davon
erzählen ihre Werke.

Partizipation ist ein zentrales Element ihrer Arbeitsweise: menschliche und nichtmenschliche
Akteure wie der Wind, das Wetter oder Pflanzen tragen gleichwertig zu ihren Arbeiten bei und
hinterlassen darin Spuren. Ebenso sind ihre oftmals gefundenen Materialien nicht nur Grundlage
ihrer Arbeiten, die bestückt werden mit ihrer Gedankenwelt, sondern dürfen auch als Material an
sich bestehen, roh, eigenständig, ambivalent. Ihre Text- und Bildarbeiten sind schlau und sensibel
und schaffen es auf unaufdringliche Art, zum Denken anzuregen.

Die Natur ist für Annett Glöckner ein Gegenüber, zu dem sie spricht, mit dem sie in Dialog tritt.
Ihre Arbeiten tragen luftige Titel wie „Libelle“ oder „Himmel“, beschäftigen sich jedoch oft mit
dem Darunterliegenden: der Erde, auf der wir leben, gehen, stehen. So zeigt „Die Spur“ die
konkreten Hinterlassenschaften des Braunkohlebergbaus in der Lausitz, einem längst überwunden
geglaubten Relikt einer Industrie, deren einst zentrale Bedeutung in der DDR nach der Wende
zunehmend einem wachsenden ökologischen Bewusstsein wich.

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an Arbeiten auf Textil, Metall und Papier aus Annett Glöckners
über drei Jahrzehnte andauernden künstlerischen Laufbahn. Eröffnet wird sie mit einer Performance
der Künstlerin am 16. Mai 2025 um 19 Uhr.

Age of Aquarius. 2025. Sternschuppen, Pavillon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin. Textinstallation auf Stoff, Fensterfront. 11,80 x 3,50 m. Acryl auf Batist. Text: Annett Glöckner und Zitate