Entwurf Kunst am Bau Universitätsmedizin Greifswald
Staatliches Bau- und Liegenschaftsamt Greifswald
Kunst-am-Bau-Wettbewerb – Bewerberverfahren/Ideenwettbewerb
Universitätsmedizin Greifswald (UMG), Neubau Forschungsbau William B. Kannel Center for Community Medicine (CM) am Standort Ferdinand-Sauerbruch-Straße
Entwurf nicht ausgewählt.
Erläuterungsbericht
Für den Forschungsbau CM der Universitätsmedizin Greifswald stelle ich mir eine Gestaltung sowohl der Foyerwand als auch der beiden verfügbaren Wände im nördlichen und südlichen Windfang vor.
Die Basis meiner künstlerischen Arbeit ist die Zeichnung. Von Betrachtern werden meine Motive oft als biologische Formen gelesen, häufig gibt es Vergleiche mit Blicken durchs Mikroskop und naturwissenschaftlichen Darstellungen. Ich habe eine eigene, sehr distinktive Bildwelt entwickelt, die ich regelmäßig auch ins Großformat bringe – in Form von Industrie- Emaille auf Stahl. Dieses Material würde ich auch für die ausgeschriebenen Standorte einsetzen.
Die Vielfalt und Komplexität der Projekte im Forschungsbau unmittelbar abzubilden, ist nicht möglich und kann nicht Aufgabe der Kunst sein. Ich halte es für sinnvoller, dem Betrachter hier die Freiheit zu spontaner Assoziation zu geben.
Für das Foyer plane ich mehrere lasergeschnittene, emaillierte Formen, die an der Sichtbetonwand montiert werden. Hierfür greife ich Motive einer vorhandenen Zeichnung auf, die einen fliegenden Schwarm aus farbigen Kapseln zeigt. Es könnten hier etwa 5 Stück werden, locker gruppiert auf der Wand, in Formaten von jeweils bis zu 150x120x4 cm.
Für die beiden Windfänge schlage ich jeweils sechsteilige Arbeiten aus Emaillen in Kassettenform im Format von 100x100x4 cm vor, mit einem Gesamtmaß (HxBxT) von 201x302x4 cm. Hier werden Kompositionen aus vielen Einzelformen auf den glatten Emailleflächen gezeigt. Der Eingangs- bereich bleibt komplett frei.
Bei diesen beiden Arbeiten erinnern die Motive an Mikroorganismen, wobei nichts Spezifisches tatsächlich abgebildet wird – alles bleibt möglichst offen für Interpretation. Die Farben der Entwürfe sind im Nordeingang kühl, im Südeingang warm und tragen damit auch zur Orientierung im Gebäude bei.
Generell strebe ich eine Gestaltung in heiteren Farben an, die bei Mitarbei- tern, Patienten und Studienteilnehmern einen positiven Eindruck hinterlässt.
Materialität und Montage
Industrie-Emaille fand früher oft als Wandverkleidung z.B. von U-Bahnstationen Verwendung. Sie ist extrem robust und abwaschbar. Die Wartung beschränkt sich auf gelegentliche Reinigung mit Lappen und Glasreiniger. Emaille ist un-brennbar und erfüllt damit jegliche Brandschutzauflagen. Zudem ist das Material vollständig recyclingfähig.
Das Prinzip einer größeren Arbeit aus einzelnen Teilen wurde von mir bereits mehrfach eingesetzt und ist beliebig skalierbar. Die Emaillekassetten sind an den Seiten einfach, oben und unten je doppelt (U-förmig) abgekantet. Sie können daher mit der oberen Abkantung sicher und einfach auf Schraub- haken gehängt werden. Die unteren Bereiche der Kassetten werden mit starken Magneten (Neodymmagneten mit Bohrung für Senkkopfschraube), die an die Rückseite der Bildfläche greifen, an die Wand gezogen und so gesichert.
Die einzelnen Kassetten werden mit einem Abstand von je einem Zentimeter zueinander montiert, die Aufhängung ist unsichtbar. Die freien Formen im Foyer werden ebenfalls sicher auf Abkantungen gehängt und mit Magneten zusätzlich stabilisiert.