Die Party ist vorbei
Die aus sieben Gefäßen bestehende Serie wurde aus Glas-Mosaiken der ehemaligen Fassade des Centrum Warenhaus am Ostbahnhof geblasen.
Wer erinnert sich noch an das bunte Gebäude, dass 1979 am damaligen noch als Hauptbahnhof fungierenden Verkehrsknotenpunkt Ostberlins erbaut wurde, um die umgebenden Neubauten zu versorgen? 1990 wurde das Warenhaus über die Treuhand von Hertie übernommen und ging danach an Galeria Kaufhof über. René Benkos Großkonzern SIGNA, der sich einige Filetstücke in ganz Berlin sichern konnte, begann nach der Schließung der Galeria mit dem kompletten Umbau des Gebäudes, dass durch seine farbige Mosaikgestaltung auffiel. Nach der Entkernung und kompletten Umgestaltung der Fassade ist die alte Struktur unmöglich zu erkennen. Der Umbau kostete das Unternehmen 100 Millionen Euro und hatte den ebenfalls sich fast endlos ausbreitenden anderen Großkonzern Zalando bereits als festen Mieter in petto. Im letzten Jahr wurde das Gebäude dann für 315 Millionen (!) Euro verkauft und trägt nun den schönen Namen Up!Berlin. Die Frage ist nur, wer sich hier in ungeahnte Höhen aufschwingt und wer sehr tief fallen wird. Das ganze Geschäft ist nur eines von vielen die nimmersatte Profitgier von Großkonzernen spiegelndes Projekt in der deutschen Metropole, die unweigerlich ihr Gesicht verliert.
Die Mosaiksteine wurden im Zuge der Entkernung des Gebäudes rundherum auf dem Boden gesammelt. Die Objekte sind in ihrer Form angelehnt an Formen, die man im DDR-Glasdesign findet und sich nicht benutzbar. Die Bohrkerne als Teil der Installation stammen von verschiedenen Berliner Baustellen.