Der Demut Der Dinge
Spaced Out, Kerkow
Die Demut der Dinge ist ein zitierter Begriff des zeitgenössischen Anthropologen Daniel Miller (1954 geboren). Miller geht davon aus, dass die Dinge uns genauso machen, wie wir die Dinge machen, wir also nicht nur Dinge produzieren, sondern auch durch diese produziert werden; die These wird aufgestellt, daß Dinge unsere Individualisierung beinflussen und prägen.
Stephen Kent, geboren 1985 in Pennsylvania / USA, hat für seine Ausstellung im Speisesaal des Gutshauses Keramikabdrücke typischer Alltagsgegenstände zu gehäuften Arrangements zusammengestellt. Diese Stilleben und deren einzelnen Elemente nehmen verschiedene Positionen und Sortierungen ein, wobei gefundene Motive aus der umgebenden materiellen Welt eines jedene Haushalts und auch im Speziellen des landwirtschaftlichen Betriebes Kerkow verwendet wurden. Keine dieser Gesamtkompositionen versucht den verwendeten Objekten eine neue Lesbarkeit zu geben, sondern spielt mit dem, was den Dingen bereits formal gegeben ist. Kent untersucht diese eigene Sprache der Dinge, schafft unterschiedliche und doch gleiche Bilder, um den Objekten ihre eigene Geschichte und Symbolik zu entlocken.
Mosaike partiell auf Fotografien gesetzt, stellen eine zweite präsentierte Werkserie der Ausstellung dar. Vorlagen für die Drucke bilden Aufnahmen aus Blumen- oder Lebensmittelgeschäften. Die Mosaike scheinen die ersichtlichen Formen der auf den Fotos daregstellten Dinge nachzuzeichnen; doch bei genauerer Betrachtung überdecken sie Gegenstände im Bild und fügen erfundene Dinge hinzu. Durch verspielte Gesten veränderter Materialität macht Stephen Kent auf das im Alltag Übersehene aufmerksam.