KiöR Künstler*innen

Verónica Lehner

www.veronicalehner.info/en

Installation, Malerei, Skulptur

* 12.10.1980
Bildung:Diplom Bildende Kunst an der Universidad de los Andes in Bogotá (BFA, 2005), MA Raumstrategien, Kunsthochschule Berlin-Weißensee (MA, 2009)


Index

Text

Ich verstehe Malerei als eine Erfahrung, als eine räumliche Praxis der Welterkundung, die von einer aktiven Materialität ausgeht. Meine Arbeit untersucht die unterschiedlichen Weisen, in denen Malerei in Erscheinung tritt und mit ihrer Umgebung interagiert – materiell, architektonisch, atmosphärisch und gestisch. Mich interessiert ihre schwer fassbare Qualität, ihre Fähigkeit, zwischen der Materialität des konkreten Objekts und ihrem Potenzial als Dispositiv zu oszillieren, das zugrunde liegende Strukturen der Wahrnehmung, des Verhaltens und des Denkens sichtbar macht. In meiner künstlerischen Praxis versuche ich, Verbindungen zwischen den Elementen der traditionellen Malerei und jenen des Ateliers, des Ausstellungsraums sowie des Alltags herzustellen, um mit dem erweiterten Potenzial der Malerei zu experimentieren.

Vita

Verónica Lehner (*1980 in Cali, Kolumbien) lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Berlin. Sie studierte Bildende Kunst an der Universidad de los Andes in Bogotá (BFA, 2001–2005) und absolvierte anschließend den Masterstudiengang Raumstrategien (M.A.) an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (2007–2009).
In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie die Beziehungen zwischen Malerei, Skulptur und Architektur. Ausgehend von einer erweiterten Auffassung von Malerei erforscht sie räumliche Prozesse, Materialität und die Wechselwirkungen zwischen Körper, Farbe und gebauter Umgebung. Ihre ortsspezifischen Arbeiten entstehen häufig in Auseinandersetzung mit den jeweiligen architektonischen Gegebenheiten und bewegen sich zwischen Installation, Skulptur und prozessbasierter Malerei. Dabei spielen Materialeigenschaften, Transformation und die zeitliche Dimension von Oberflächen eine zentrale Rolle.

Lehner realisierte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland sowie international. Zu ihren Einzelausstellungen zählen unter anderem De ruidos, desbordes y otras fricciones“/„Von Geräusche, Überläufe und andere Reibungen“ in der Galerie La Cometa, Bogotá (2026), dropping, dripping, crawling in der Mommsen 35 Galerie, Berlin (2022), Suspend im Museo de Arte Moderno de Bogotá (MAMBO, 2019), kuratiert von Eugenio Viola, (2019), Territorios Modulares/ Modulare Territorien in der Galerie SGR, Bogotá (2018), Defectos lineares o dislocaciones/ Lineare Defekte oder Versetzungen in Espacio Odeón, Bogotá (2017), sowie TODOS Y PARTES/ GANZES UND TEILE in der (bis) oficina de proyectos, Cali, (2016).

Zu den bedeutenden Gruppenausstellungen zählen unter anderem the continuous stream of beginnings and endings in der alpha nova & galerie futura, Berlin (2023), Aliens are temporary im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien und an der Kunstbrücke am Wildenbruch, Berlin (2022), A Room is Made Up of Other Spaces in der PROXYCO Gallery, New York (2018), The Way Things Fall im Rahmen der XXXI Ateliers Internationaux des FRAC Pays de la Loire, Frankreich (2017), sowie Ausstellungen im Museo de Arte del Banco de la República und im Museo La Tertulia in Kolumbien.

Neben ihrer Ausstellungstätigkeit entwickelte Lehner ortsspezifische Installationen und Projekte im öffentlichen und institutionellen Kontext. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der traditionelle Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Raum auflöst und neue Formen der Wahrnehmung und Interaktion mit Architektur und der öffentlichen Raum ermöglicht. In ihrer künstlerischen Praxis bezieht Verónica Lehner häufig die am jeweiligen Ort vorhandenen Materialien ein – darunter Beton, Holz, Metall, oder Glas – und setzt diese in einen dialogischen Zusammenhang mit malerischen Materialien wie Acrylharzen, Pigmenten, Lacken und Harzschichten. Dabei entstehen Arbeiten, die ortsspezifische Gegebenheiten mit den Mitteln der Malerei verbinden und in räumliche und materielle Konstellationen überführen. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung mit raumbezogenen, prozesshaften und materialbasierten Arbeitsweisen bringt sie besondere Kompetenzen für Kunst-am-Bau-Projekte mit.