KiöR Künstler*innen

Sophie Aigner

sophieaigner.de/

Fotografie, Grafik, Installation, Skulptur

* 1978
Bildung:Bauhaus-Universität Weimar, Hochschule für Bildende Künste Hamburg (MFA 2015)


Index

Text

Ich bin Künstlerin und Autorin mit Schwerpunkt in der Bildhauerei, wobei ich mich "dem" bildhauerischen Begriff auch versuche anzunähern mittels Texten, Zeichnungen und Fotografien. In meinem Künstlerbuch "Alright, it means something to me" schreibe ich etwa vom „Knochen meiner Mutter statt Asche“ oder von „dem Kissen, das sie zerknautschte“. Gemeint sind Alltagsrelikte mit skulpturalem Potenzial – Objekte an der Schwelle zwischen Ding und Erinnerung, zwischen Materialität und Bedeutung. Zentral ist für mich hier die Frage, wie Vergängliches bewahrt und sichtbar werden kann. Oft entstehen meine Skulpturen, Zeichnungen und Texte gleichzeitig und beeinflussen einander. So beschreibe ich in einem Text einen Ziegelstein, den Kinder aus einem Haus herauslösten und mir schenkten. Später formte ich diesen Stein aus Ton nach – mit scheinbar sichtbaren Spuren von Fingern, als hätten die Kinder aus der Erzählung ihn tatsächlich angefasst und weitergegeben. Bei meinen Wandarbeiten (beispielsweise in der Serie I want to carve the message in stone) arbeite ich häufig mit Ton. Jede Fingerbewegung hinterlässt eine Spur, wodurch ein unmittelbarer Dialog zwischen Körper und Material entsteht. Außerdem beschäftigt mich die Darstellung von Beziehungen, Transformationsprozessen sowie Dialogen zwischen Anziehung und Ablösung – wie beispielsweise in Ihr beide. Um diese Dynamiken sichtbar zu machen, greife ich häufig auf Piktogramme, Zeichen und Gesten als Formen zwischenmenschlicher Kommunikation zurück. In diesem Zusammenhang orientiere ich mich auch an Objekten des öffentlichen Raums, die der Orientierung dienen. Sie fungieren als Zeichen des Zusammenhalts und dienen einer kollektiven wie individuellen Verortung.

Vita

Sophie Aigner is an artist and writer. She studied media+sculpture at the HfBK Hamburg under Thomas Demand (MFA) and Fine Art at the Bauhaus-University Weimar.

Exhibitions include Benaki Museum Athens, Union Gallery London, Eikon Schauraum Museumsquartier Wien, Hiltibold St. Gallen, Kunstkreis Gräfelfing, Kunstbrücke am Wildenbruch Berlin (upcoming), Collectors Agenda Vienna, Galerie Oel Früh Hamburg, Galerie im Körnerpark Berlin, Industriemuseum Chemnitz, Temporary Gallery Köln, D21 Leipzig, Kunstquartier Bethanien Berlin, Museo dell`Osservatorio Vesuviano Neapel, b2 Leipzig, Kunsthalle Schloss Isny, Kunsthaus Hamburg, Emily Harvey Foundation New York, Sox Berlin.

Her writings were published in book publications and art magazines such as Materialeffekte (Jovis Verlag), DieNadel (Universität Leuphana), Über das Zarte (Frankfurter Verlagsanstalt), Magazin Kultur Mitte, vonhundert, tegelmedia, Simulacrum Magazine, Textur Magazine, Alright, it means something to me (Verlag für Moderne Kunst Wien).

Sophie Aigner regularly works in collaborations mainly in the field of music, performance and film. In that context she did the stage design for various shows by choreographer Antje Velsinger presented at Tanzhaus NRW, K3 Kampnagel Hamburg and Pact Zollverein Essen among others. Music Performances with Herkula Soft include uqbar Berlin, Nietzsche Kolleg Weimar, B2 Leipzig. Playacting activities include especially films by Angela Schanelec.

Sophie Aigner regularly gives lectures for example at UdK Berlin, HfBK Hamburg and HBK Braunschweig, interested in the intersections of art and writing, as well as artist talks in institutions such as Forum Stadtpark Graz, Traklhaus Salzburg, alpha nova & galerie futura Berlin.

Grants and awards include: grant Neustart Kultur Stiftung Kunstfonds, grant Digitale Vermittlungsformate Deutscher Künstlerbund, Literature grant Cultural Ministry Austria, Research grant Cultural Senate Berlin, Deutschlandstipendium, publication grants by VG Bild-Kunst and Cultural Ministry Austria, Shortlist Marianne-Brandt Wettbewerb, Shortlist Index 14 Berenbergpreis, Reclaim Award, Residency Pact Zollverein Essen, Residency Viborg Kunsthal Denmark.

Her work is part of public collections and libraries such as Fotosammlung des Bundes Österreich (supervised by Museum der Moderne Salzburg), Franklin Furnace Artist Book Collection; Klingspor Museum Offenbach, Graphothek Berlin, Libraries: Staatliche Kunstsammlung Dresden, Hamburger Kunsthalle, DZ Bank Collection, Tate Modern London, Stedelijk Museum Amsterdam, Kunstmuseum Chur, Muzeum Susch, Getty Museum.