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Jubiläumsfeier: 50 Jahre Druckwerkstatt am 17.01.2025 | Ort: studio 1, druckwerkstatt im kulturwerk des bbk berlin, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin | Seit einem halben Jahrhundert ist die Druckwerkstatt im Kunstquartier Bethanien ein unverzichtbarer Ort der künstlerischen Produktion, der Inspiration und des Austauschs für bildende Künstler*innen. Einzigartig verbinden sich hier klassische und moderne Drucktechniken, die die Werkstatt zu einem lebendigen Produktionsort zeitgenössischer Kunst mit internationaler Bedeutung etabliert haben. An diesem besonderen Abend werfen wir gemeinsam einen Blick zurück auf die Geschichte und gleichzeitig nach vorn in die Zukunft. Euch erwarten die Eröffnung einer Papierausstellung, musikalische Beiträge, Snacks und Raum für Austausch und Begegnungen. | Wir freuen uns auf Euch. Gemeinsam wollen wir mit Euch 50 Jahre Druckwerkstatt im kulturwerk des bbk berlin feiern! Eure Druckwerkstatt | 17.01.2025 | 19 Uhr | Einlass ab 18.30 Uhr im Studio 1 und Druckwerkstatt im kulturwerk des bbk berlin, Mariannenplatz 2 | 10997 berlin

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„Die Nachsteuerung der Kürzungen in der Kultur opfert die Weiterentwicklung des Arbeitsraumprogramms. Das ist ein unerwarteter und plötzlicher Paradigmenwechsel, den wir aufs schärfste kritisieren. Der Aufbau einer Infrastruktur für freischaffende Künstlerinnen und Künstler aller Sparten durch die Sicherung von Arbeitsräumen war bis vor zwei Wochen ein Berliner Vorzeigemodell! Nun wird die Fortentwicklung abrupt gestoppt und damit die Aufbauarbeit der letzten Jahrzehnte riskiert.“ Frauke Boggasch, Vorstandssprecherin des bbk berlin Unstrittig war bisher quer durch alle politischen Bekenntnisse, dass das Arbeitsraumprogramm weiter ausgebaut werden sollte. 5.000 Räume bis 2030! Das war die Devise auch von Kultursenator Chialo. Wir erinnern uns auch an die schlagzeilenträchtige „Rettung“ der Uferhallen zu Beginn des Jahres. Nun werden die bisher bestehenden und geplanten 2.600 vorhandenen Räume dezimiert und damit alle dort arbeitenden Künstlerinnen und Künstler in Gefahr gebracht. Aus dem Titel zum Ausbau von Arbeitsräumen in landeseigenen Immobilien werden 18 Millionen gestrichen. Zudem sollen nebenbei in einer Entscheidung über die sogenannten SODA-Immobilien zahlreiche für die kulturelle Nutzung reservierte, landeseigene Immobilien nicht weiterentwickelt, sondern in private Hände gegeben werden. Damit rutscht die bisherige Politik, Raum für Kultur auf Landesebene zu sichern, weiter in den Hintergrund. Aus dem Titel des Arbeitsraumprogramms für den Erhalt bestehender Räume wurden zwar nun doch „nur“ 5 Millionen gekürzt, trotzdem sind das knapp 20 Prozent der Mittel und damit ein überproportional hoher Betrag, dessen Kürzung die Einkommensschwächsten in der Kulturlandschaft betreffen. Und noch mehr: Mit dem verbindlichen Kommentar, die Kulturraum gGmbH abzuschaffen, wird eine knappe Anweisung getroffen, deren Auswirkungen überhaupt nicht abzusehen sind. Bisher weiß niemand, wie die Abschaffung des Generalmieters der Arbeitsräume rechtlich umgesetzt werden kann, hohe Folgekosten sind zu befürchten. „Wir fordern die Politik nachdrücklich dazu auf, Verantwortung für alle Künstlerinnen und Künstler zu übernehmen, die mit einer verbindlichen Förderzusage Ateliers nutzen, und einen rechtssicheren Erhalt der Arbeitsräume zu garantieren! Außerdem müssen eine Neuausrichtung und eine verlässliche Planung für die Weiterentwicklung der Raum-Infrastruktur für die Bildende Kunst gemeinsam in Angriff genommen werden.“ Julia Brodauf und Lennart Siebert, Atelierbeauftragte Und die Leidtragenden? Das sind die freiberuflichen Kunstschaffenden, die trotz einem prekären Einkommen (ein Drittel der bildenden Künstler*innen lebt bereits unterhalb der Armutsgrenze) das Bild Berlins als Kulturmetropole maßgeblich mitprägen. Sie sind teilweise jetzt schon mit Kündigungen konfrontiert. „Der Atelierbeirat macht mit wiederholter Dringlichkeit auf die zunehmend äußerst prekäre Situation der bildenden Künstler*innen aufmerksam, mit der wir in unserer Arbeit konfrontiert sind. Die Bewerbungen der Künstler*innen auf geförderte Atelierräume zeigen in dramatischen Schilderungen ihre wirtschaftliche und soziale Lage. Dazu gehören unter anderem der Verlust der Ateliers auf dem freien Markt durch Kündigung oder unbezahlbare Mieterhöhungen. Wir stellen fest: Die Situationen der bildenden Künstler*innen hat sich im vergangenen Jahr rasant verschlechtert und die Verschlechterung nimmt weiter zu! Haushaltskürzungen im vorgesehenen Rahmen machen jahrelanges künstlerisches und förderndes Engagement unwiederbringlich zunichte und stellen zudem den Status Berlins als kulturelles Zentrum massiv in Frage: Sie gleichen einem Kahlschlag!“ Statement des Atelierbeirats, Dezember 2024 Seitens der Bildenden Kunst befinden sich 1.054 Ateliers in der Förderung durch das Arbeitsraumprogramm. Als Atelier-Anmietprogramm existiert die Förderung bereits seit 31 Jahren und ist eines der wichtigsten Instrumente der Förderung Bildender Kunst in der Hauptstadt. Im Volumen macht die Förderung der Ateliers für die Bildende Kunst im Rahmen des Arbeitsraumprogramms 70 % der spartenspezifischen Förderungen überhaupt aus, die das Land Berlin an bildende Künstler*innen vergibt. Rund 15.000 bildende Künstler*innen in Berlin leiden unter den horrenden Gewerbemieten und können ihren Beruf nur erschwert ausüben. Wir brauchen nach wie vor mindestens 3.000 bezahlbare Ateliers alleine für die Bildende Kunst und können auf kein einziges der vorhandenen verzichten. Wir kritisieren, dass dieser Senat das ganze Jahr über die Stadt durch den planlosen Umgang mit den Pauschalen Minderausgaben in einer Haushaltssperre belassen hat und es dennoch versäumt hat, frühzeitig mit einer verantwortungsbewussten und ressourcenschonenden Einsparungsplanung zu beginnen. Erkennbar fehlt es an Dialogen mit den Fachleuten in den Ressorts und an Kenntnis der Projekthistorien. Julia Brodauf und Lennart Siebert Atelierbeauftragte für Berlin und Leitung des Atelierbüros im kulturwerk des bbk berlin

In einem wunderschönen, kernsaniertem Hinterhof-Fabrikgebäude in Berlin-Neukölln, im Gebiet Schillerpromenade, kann das Atelierbüro 22 geförderte Ateliers aus dem Atelieranmietprogramm (finanziert aus dem Arbeitsraumprogramm der Senatskulturverwaltung) neu anbieten. Damit ist es dem Atelierbüro zusammen mit der Kulturraum Berlin gGmbH und dem Raumbüro Freie Szene erstmals seit zwei Jahren gelungen, einen neuen Standort anzuwerben und zu entwickeln. Die Kienitzer Straße befindet sich im Bezirk Neukölln zwischen der Schillerpromenade und der Hermannstraße. Das Tempelhofer Feld ist in fußläufiger Entfernung erreichbar. Der Erstbezug ist für Mitte Januar 2025 geplant. Eine Bewerbung auf die Ateliers ist bis zum 24. September möglich. Die Atelierbeauftragten: „Ateliers für Bildende Kunst sind ein grundlegender Teil der DNA Berlins. Jeder Raum, den wir öffnen können, ist ein Gewinn für die Stadt. Die Zahl der noch benötigten Ateliers liegt bei rund 3.000, somit sind die 22 ein guter Schritt.“ Zum ersten Mal seit der Corona-Zeit kann das Team des Atelierbüros auch wieder Besichtigungen vor Ort durchführen, die für das neue Atelierhaus am 19. September um 9 Uhr stattfinden. Die Besichtigungstermine für die ausgeschriebenen einzelnen Ateliers aus dem Programm sind auf der jeweiligen Webseite veröffentlicht. Die Ateliers in der Kienietzer Straße haben eine Größe von rund 30 m² bis 110 m² und sind für Fördermieten ab 130 € zu mieten. Voraussetzung dafür ist der Nachweis der Professionalität im Bereich der Bildenden Kunst sowie die Einhaltung von Einkommensgrenzen. Über die Bewerbungen entscheidet der Atelierbeirat, wichtigstes Auswahlkriterium ist die Dringlichkeit des Bedarfs. Das Bewerbungsverfahren wird digital über die Webseite des Atelierbüros im kulturwerk durchgeführt. Eine Hilfestellung zur korrekten Einreichung der Bewerbung ist die Online-Infoveranstaltung, die am 19. September zunächst auf Deutsch um 12 Uhr und anschließend erstmalig auch auf Englisch um 13 Uhr durchgeführt wird. Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Webseite des Atelierbüros. Im neuen Gebäude entstehen auch Probe- und Arbeitsräume für die Sparten Darstellende Kunst, Tanz und Literatur sowie ein Projektraum im Erdgeschoss. Diese Räume werden auf der Webseite Kulturräume angeboten. Die Atelierbeauftragten betonen: „Eine spartenübergreifende Nutzung trägt dem Raumbedarf der gesamten freien Szene Rechnung. Dieses Gebäude kann dafür beispielhaft werden.“ Julia Brodauf und Lennart Siebert Atelierbeauftragte für Berlin und Leitung des Atelierbüros im kulturwerk des bbk berlin

In dieser Ausgabe geht es u.a. um Kunst- und Meinungsfreiheit, um die demokratischen Pfeiler der Kunst im öffentlichen Raum, Bericht zur Diskussionsveranstaltung: Kunst im Stadtraum für die Bezirke! am 6. März 2024, im Global Village Berlin-Neukölln und zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung am 22. November 2023 auf dem Campus Rütli Berlin-Neukölln: Kunst als demokratische Sprache – Vom Umgang mit Partizipation bei Kunst am Bau-Wettbewerben, Ein großer Dank richtet sich an die langjährige Leiterin des Büros Dr. Elfriede Müller – Beauftragte für Kunst im öffentlichen Raum 1994 bis 2024. 6 Partizipation in der Kunst am Bau: Eine kritische Betrachtung _ Martin Binder und Susanne Bosch 7 Die Regelwerke für Kunst am Bau und ihre Möglichkeiten der Mitgestaltung _ Stefan Krüskemper 8

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06.02.2024 | TAZ, Andreas Hergeht: "taz: Herr Schwegmann, Ihre Amtszeit als Atelierbeauftragter ist im Dezember 2023 zu Ende gegangen. Wenn Sie zurückblicken: Wie hat sich die Lage der bildenden Künst­le­r:in­nen in Berlin verändert? Verbessert hat sie sich sicherlich nicht, oder? Martin Schwegmann: Die Lage der Künst­le­r:in­nen ­hat sich nicht verbessert. Corona, Inflation, Krieg und Energiekrise, explodierende Baupreise, all das hat auch die Kunst getroffen. Aus den erhobenen Basisdaten für 2023 wissen wir, dass 63 Prozent der Berliner bildenden Künst­le­r:in­nen derzeit kein Atelier haben, gerade dabei sind, es zu verlieren oder eins zu suchen. | Was heißt das genau, wie groß ist also der Bedarf? | In Berlin arbeiten rund 10.000 bildende Künstler:innen. Wir gehen von einem realistischen Bedarf von rund 3.000 Ateliers aus. | Die Situation ist also nach wie vor prekär. | im Interview: Martin Schwegmann ist Architekt und arbeitet seit 20 Jahren im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung. Er engagiert sich für gemeinwohlorientierte Bodenpolitik und klimagerechte Stadtentwicklung unter anderem als Mitglied am Runden Tisch Liegenschaftspolitik Berlin und Berater von Städten und Kommunen. Er ist Lehrbeauftragter für Transition Management. Er war von 2017 bis 2023 Atelierbeauftragter für Berlin. | Julia Brodauf bildende Künstlerin und Autorin, war Mitbegründerin des artspring berlin Kunstfestivals und zuletzt Projektleiterin an der HGB Leipzig. Ein Schwerpunkt ihrer Publikationen und Lehrtätigkeit ist die Diskussion der emanzipierten Haltung von Künst­le­r:in­nen in Kunstwelt und Gesellschaft. | Lennart Siebert Berliner Kulturmanager, ist auf gemeinwohlorientierte Kultur- und Liegenschaftspolitik spezialisiert. In verschiedenen Organisationen engagiert er sich seit 2010 für einen gemeinwohlorientierten Umgang mit der Ressource Raum sowie für eine Degentrifizierung Berlins. | Das Interview in ganzer Länge können Sie in der TAZ vom 6.3.2024 nachlesen:

Begleitveranstaltung „Künstler:in und Stadt – Ateliers in Leipzig? Wandel der Stadtlandschaft und Auswirkungen auf künstlerische Arbeit“ in Kooperation mit dem Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler Leipzig e. V. im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig | Künstler:in und Stadt – Ateliers in Leipzig? Wandel der Stadtlandschaft und Auswirkungen auf künstlerische Arbeit | Mit Prof. Dr. Getu Abraham (Stadtrat, Sprecher Stadtentwicklung, SPD), Prof. Dr. Arnold Bartetzky (Leiter der Abteilung Kultur und Imagination, Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa), Mandy Gehrt (Stadträtin, Sprecherin für Kultur, Künstlerin, Die Linke), Bernhard Kotowski (Geschäftsführer des BBK Berlin, langjähriger Atelierbeauftragter für Berlin und amtierender Leiter des Atelierbüros im Kulturwerk des bbk berlin) und Marcel Noack (Bundesvorstand BBK und LBK, Vorstandsmitglied BBK Leipzig, Künstler) | Moderation: Greta Taubert (Journalistin, Leipzig) | Im Rahmen der Ausstellung „Künstler:in und Stadt – Stadtwandeln“ im MÄDLER ART FORUM (Laufzeit: 29.9.2023–13.1.2024) | In Kooperation mit dem Bund Bildender Künstlerinnen und Künstler Leipzig e. V. | Leipzig hat sich in den letzten Jahren zu einem kreativen Hotspot entwickelt, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen für Künstlerinnen und Künstler mit sich bringt. Im Rahmen des Diskussionsformates kommen Expertinnen und Experten der Kunstszene sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Leipzig zusammen, um über die Veränderungen in der Stadtlandschaft und deren Einfluss auf die künstlerische Arbeit zu diskutieren. Die Podiumsgäste diskutieren, wie sich die Stadtentwicklung auf die Verfügbarkeit von Ateliers auswirkt, welche Folgen dies auf die künstlerische Arbeit hat und wie die Kreativszene mit den Veränderungen umgehen könnte. Dabei spielen natürlich auch Themen wie Gentrifizierung, Raumknappheit und die Bedeutung von kreativen Zentren eine Rolle. Ziel der Diskussion ist es, ein Forderungspapier an die Stadt zu entwickeln, das 2024 als Konzeptpapier weiter ausgearbeitet wird.

Leipzig Atelierprogramm

Das Büro für Kunst im öffentlichen Raum freut sich, das Erscheinen der 70. Ausgabe der Fachzeitschrift für Kunst im öffentlichen Raum kunststadt stadtkunst bekannt zu geben. Sie repräsentiert das spannungsvolle Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit und öffentlichem Raum in allen seinen Facetten, von Berlin und den Berliner Bezirken über die Steiermark und Russland bis nach Indonesien. Eröffnet wird Die diesjährige Ausgabe von unserem Hauptthema: „Kunst für die Demokratie“ und dem dafür grundlegenden Vortrag von Eckhard Braun vom 8. Dezember 2022 in der Berliner Architektenkammer. Der Leitartikel von Martin Schönfeld behandelt die Mindeststandards der Juryarbeit. Katinka Theis rezensiert das Buch K-Kulturarbeit von Michael Hirsch, der aufzeigt, wie die Kulturarbeit immer mehr den Bedingungen herkömmlicher Lohnarbeit gleicht. Henrik Mayer unterzieht die Aufstellung einer Skulptur des Namensgebers vor der Adenauer-Stiftung einer kritischen Würdigung. Das Kapitel Kunst und Gedenken behandelt den endlich durchgeführten Wettbewerb für ein Denkzeichen für den Komponisten Siegfried Translateur, das Kunstsymposium Köpenick Erinnerung-Gedenken und den neuen Gedenkort für die Opfer der Euthanasie in Neinstedt. | Im Kapitel Internationales führt uns Werner Kraus im Nachklang zur documenta 15 in einem kenntnisreichen Artikel in die indonesische Kunst und ihre Geschichte ein. Ein Artikel von Elisabeth Fiedler über das Projekt Offene Felder berichtet über die seltene Begegnung von Kunst und Landwirtschaft. Ein Interview mit Dmitry Vilensky zeigt, was der Ukraine-Krieg für russische Dissident:innen bedeutet, dem gleichen Thema widmet sich Azamat Ismailov in seinem Bericht über das Kulturhaus "Rosa" in Sankt Petersburg. Pia Lanzinger berichtet über die gemeinsame Selbstbehauptung von Frauen im öffentlichen Raum Algeriens anhand ihres dort durchgeführten Kunstprojektes. Ihren Abschluss findet die neueste kunststadt stadtkunst in zehn ausführlichen Wettbewerbsberichten von größeren und kleineren Wettbewerbsverfahren für Kunst am Bau und Kunst im Stadtraum in Berlin.

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Ergebnisse der Umfrage zur Ateliersituation des Atelierbeauftragten für Berlin Mai/Juni 2023 | Der Atelierbeauftragte für Berlin hat eine Umfrage zur Erhebung der aktuellen Atelier- und sozio-ökonomischen Situation von bildenden Künstler*innen in Berlin durchgeführt. Im Rahmen der Befragung wurden 1.673 Fragebögen ausgefüllt. Geht man von 10.000 bildenden Künstler*innen in Berlin aus, entspricht das 16% der Grundgesamtheit. 57% der Befragten waren weiblich, 35% männlich und 8% haben Ihr Geschlecht als Divers/non-binär angegeben. Das Durchschnittsalter lag bei 43 Jahren. | Ateliersituation/Atelierverluste: 63% der Befragten gaben an, derzeit kein Atelier zu haben oder es gerade verloren zu haben bzw. es zu verlieren. Von dieser Gruppe haben 42% aktuell kein Atelier, 21% verlieren es gerade oder haben bereits ihr Atelier verloren. 63% suchen seit bis zu zwei Jahren ein Atelier. Diejenigen, die ein Atelier haben, sind oftmals in einer prekären und unsicheren Mietvertragssituation. So geben 80% an, einen unbefristeten Mietvertrag zu haben, Vertragssicherheit nach Gewerbemietrecht also in der Regel nur 6 Monate zum Ende eines Quartals und eine Kündigung ist ohne Angabe von Gründen zulässig. Lediglich 1,5% der befristeten Mietverträge haben eine Laufzeit von 5 und mehr Jahren. 56% aller Befragten mussten ihr Atelier oder ihre Atelierwohnung schon einmal aufgeben. Von dieser Gruppe waren allein 6,5% im laufenden Jahr 2023, 9% in 2022, 9,4% in 2021 betroffen. Im Rahmen der Umfrage wurden 108 Ateliers und Atelierwohnungen in 2023*, 150 in 2022, 157 in 2021, 136 in 2020, seit 2017 insgesamt 874 verlorene Ateliers gemeldet. Da an der Umfrage 16% der in Berlin tätigen bildenden Künstler*innen teilgenommen haben, muss von einer weit höheren Zahl ausgegangen werden. Von ca. 1.500 – 2.000 verlorenen Ateliers kann seriös ausgegangen werden. Dem gegenüber stehen von 2017 bis 30.06.2023 per Saldo nur 310 neu entwickelte geförderte Ateliers und Atelierwohnungen, d.h.: die Substanz der Infrastruktur wird aufgezehrt. Insgesamt gibt es 1214 geförderte Ateliers in Berlin. Um diese Zahlen zu kontextualisieren: Es gibt 10.000 bildende Künstler*innen in der Stadt, von denen 60% kein Atelier haben oder ihr Atelier verlieren. Als Gründe für die Aufgabe der Ateliers oder Atelierwohnungen gaben von den 35% der Betroffenen nicht mehr finanzierbare Mieterhöhung an. 31% wurden gekündigt, davon 11% wegen Eigenbedarfs. [...]

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Pressekonferenz am 12. Juni 2023: Präsentation Ergebnisse Bedarfserhebung Ateliersituation bildender Künstler*innen in Berlin. Der Verdrängungsdruck für die etwa 10.000 bildenden Künstler*innen in Berlin steigt weiter, innerstädtische Ateliers und Arbeitsräume werden immer teurer und Inflation, Energiekrise und Bau- und Mietpreisexplosionen haben die wirtschaftliche Situation für bildende Künstler*innen nur noch verschärft. Angesichts dieser Entwicklung sind die zwischen 2017 und 2023 per Saldo 310 neu geschaffenen, geförderten Ateliers durch das Land Berlin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor diesem Hintergrund und weil durch die steigenden Zinsen besonders in Berlin öffentliche Budgets abschmelzen, ist eine genaue Bedarfsermittlung absolut entscheidend, um einen möglichst effektiven Mitteleinsatz, nah am tatsächlichen Bedarf, zu garantieren. Am 12. Juni 2023 stellt der Atelierbeauftragte die Ergebnisse der aktuellen Bedarfserhebung zur Atelier- und sozio-ökonomischen Situation bildender Künstler*innen in Berlin vor. Mit 1.600 abgeschlossenen Fragebögen haben etwa 16 % aller bildenden Künstler*innen in der Stadt teilgenommen. Die Zahlen sind also valide und die große Beteiligung verdeutlicht die Notwendigkeit zur Lösung. Zoë Claire Miller, Sprecherin des bbk berlin, Dr. Sven Sappelt vom Institute for Cultural Governance und Dr. Martin Schwegmann, Atelierbeauftragter für Berlin, werden die Ergebnisse der Umfrage vorstellen und einordnen.

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Der bbk berlin unterstützt die Künstler*innen in den Uferhallen. Bitte unterzeichnet den Offenen Brief: "Nach einem fünfjährigen Marathon mit zähen Verhandlungen – verbunden mit einem Auf und Ab von Hoffnungen und Enttäuschungen – steht der Kulturstandort Uferhallen vor dem drohenden Aus. Wenn keine sofortige Lösung gefunden wird, befürchten die ansässigen Künstler*innen ab Ende Mai die ersten Kündigungen. Wir, der Uferhallen e.V., vertreten die Interessen der Künstler*innen und Mieter*innen vor Ort. Wir wenden uns an Sie mit der dringenden Bitte, unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen und für größtmögliche Öffentlichkeit zu sorgen. Auf dem Spiel steht ein seit 15 Jahren gewachsener Produktionsstandort und ein einzigartiger Raum des kulturellen Austauschs auf dem denkmalgeschützten Gelände des ehemaligen BVG-Betriebshofs im Zentrum der Stadt. [...] Unterzeichnen bitte hier ->

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