Anne Louise Blicher
Grafik, Installation, Malerei, Skulptur
* 13.09.1979
Education:Postgraduate Royal Academy of Art, Stockholm, SE
Index
Text
”Anne Louise Blicher creates site specific works that subvert classical landscape’s ideals of patriarchy and ownership in favor feminist multitude and ecological balance. Blicher’s work seeks to change the static postcard view of a landscape by rendering nature as a sensed landscape, an ecology of dynamic parts in complex interaction with their surroundings.” (Deric Carner, curator, Elizabeth Foundation for the Arts, NYC)
Ich arbeite im Kontext eines postindustriellen Handwerksdiskurses und einer feministischen Materialtradition. Meine Praxis verkörpert eine intime, langsame Ökologie. Durch handwerkliche Prozesse möchte ich Schönheit, Kontemplation und materielle Präsenz in Räume bringen. Ich fertige skulpturale Malereien mit handgemaltem Email (pulverisiertes Glas, das auf Metall geschmolzen wird) sowie wasserbasierte Monotypien an. Diese Materialien wähle ich aufgrund ihrer Haptik, Beständigkeit, ökologischen Potenziale und ästhetischen Resonanz. Besonders Email ist ein nachhaltiges, regeneratives, ungiftiges, UV-beständiges und feuerfestes Material, dessen mineralischer Ursprung es tief in den Substanzen der Erde verankert.
Meine Arbeiten nehmen häufig die Form ortsspezifischer Installationen an, die in öffentliche Architektur eingebettet sind – räumliche Interventionen, die erforschen, wie flächige Materialien Räumlichkeit und Atmosphäre erzeugen können. Ich verstehe meine Werke als Akte der Fürsorge und Aufmerksamkeit in geteilten Räumen, die zu öffentlicher Heilung und verkörperter Erfahrung beitragen. Sie interagieren mit der Psychologie des Raums und der körperlichen Orientierung in gebauten Umgebungen.
Verankert in den Critical Plant Studies und der Kosmometrie verbindet meine Praxis Ästhetik mit ökologischer und affektiver Ethik. Mithilfe einer grafisch-anthropologischen Methode zeichne und interpretiere ich die Spuren der Landschaft – nicht als objektive Dokumentation, sondern als intuitive und imaginäre Kartierungen. Die Bedeutung einer Linie liegt nicht in ihrer Form, sondern in der Erzählung, dem Sinn und dem Verstehen, das sie hervorbringt. So offenbart sie Verbindungen zwischen verschiedenen Phänomenen wie Bewegung, Wetter und Emotion.
Ich erforsche die Rolle von Pflanzen und geologischen Materialien als aktive Erzähler in historischen wie zeitgenössischen Landschaften. Meine Praxis spiegelt die innere Logik der Natur wider – durch Themen wie Wachstum und Verfall sowie durch ihre ökologischen Strukturen und Synergien.
Vita
A.L. Blicher ist Absolventin der Florence Academy of Art (2011) im Fach klassische Malerei und hat einen postgradualen Abschluss in Bildender Kunst mit Schwerpunkt Druckgrafik vom Royal Institute of Art in Stockholm (2015).
Ihre Ausstellungstätigkeit umfasst Kunst-am-Bau-Projekte für die Gemeinde Rødovre, Varde Garten (DK), die Kommune Sønderborg (DK) und das Danderyd Krankenhaus in Stockholm (SE) sowie Ausstellungen im SixtyEight Art Institute/Sharp Projects (DK) (Einzelausstellung), der Charlottenborg Frühjahrsausstellung (DK), im Danish Printmakers House (DK) (Einzelausstellung), im Raum für drastische Maßnahmen, Berlin (DE), beim Lofoten International Art Festival (NO), in der Elizabeth Foundation for the Arts (NY), im Kunstmuseum Ahrenshoop (DE), im Fanø Kunstmuseum (DK) (Einzelausstellung), im Johannes Larsen Museum (DK), im Grafiska Sällskapet (SE), in der Litografiska Akademin (SE) und im Mark Rothko Art Centre (LV).
Sie hat an Künstlerresidenzen weltweit teilgenommen, darunter am Dänischen Institut in Athen und Rom, der Women’s Studio Workshop (US), dem Atelier Circulaire (CA) und dem Künstlerhaus Lukas (DE).