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Antrag der CDU-Fraktion in Berlin zur Stärkung künstlerischer Infrastruktur

Der bbk berlin informiert:

Die CDU-Fraktion in Berlin hat beschlossen, folgenden Antrag im Abgeordnetenhaus zur Abstimmung zu stellen. Wir werden dies mit Spannung weiter verfolgen.

Kultur einen festen Platz geben – Kulturräume in Berlin schaffen und sichern!


Kultur einen festen Platz geben – Kulturräume in Berlin schaffen und sichern!

Das Abgeordnetenhaus wolle beschließen:

Wir fordern, dass Kultur künftig bei Stadtentwicklung und Raumnutzung ein deutlich größerer Stellenwert eingeräumt wird.

Dazu gehört insbesondere die Berücksichtigung bei:

  1. Der Entwicklung und Weiterentwicklung von neuen Stadtquartieren
    Die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften werden angewiesen, bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Quartieren kulturelle Infrastruktur (Atelierhäuser, Aufführungs- und Proberäume für darstellende Kunst und Tanz, Musikübungsräume, Präsentationsorte für Kunst/Projekträume) in einem angemessenen Maße zu berücksichtigen. Hierfür sollen 2% der Neubauinvestitionen insgesamt in kulturelle Infrastruktur investiert werden. Des Weiteren fordern wir den Senat, insbesondere die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, auf, bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Quartieren durch Privatinvestoren mit diesen in einen Dialog zu treten, um auch hier eine verstärkte kulturelle Nutzung zu ermöglichen.
  2. Der Nutzungsänderung von Grundstücken
    Der Senat wird aufgefordert, landeseigene Flächen, bzw. Neben- und Restflächen landeseigener Gesellschaften verstärkt für den Neubau von kultureller Infrastruktur (z. B. Atelierhäusern) zur Verfügung zu stellen.
  3. Der Vergabe von Räumen zur Nutzung
    Des Weiteren fordern wir den Senat auf, noch stärker als bisher auf die Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) einzuwirken, um durch regelmäßiges Monitoring und die Kooperation mit Akteuren aus der Kulturszene die Nutzung von landeseigenen Immobilien für kulturelle Zwecke, etwa durch die Einrichtung von Atelier- und Proberäumen, zu ermöglichen. Hierbei ist zur langfristigen Sicherung von Kulturräumen neben der Miete bevorzugt auf Pacht und Erbpacht zurückzugreifen.
  4. Der Kooperationen mit Akteuren aus der Kulturszene
    Wir fordern den Senat auf, die Zusammenarbeit mit den auf Kulturräume spezialisierten Akteuren aus der Kulturszene zu erhalten und zu stärken. Hierbei sind staatsferne Strukturen die beste Gewähr für ein vielfältiges und bedarfsgerechtes Raumangebot.
  5. Der Setzung klarer Rahmenbedingungen
    Durch das Setzen klarer Förderrichtlinien werden auch einzelne Künstler und Künstlerinnen in die Lage versetzt und dazu motiviert, geeignete Räume zu suchen und zu akquirieren. Dadurch ergeben sich weitere signifikante Potentiale für die Schaffung von Kulturräumen.

Begründung:

Berlin ist nicht nur die Kulturhauptstadt Deutschlands, sondern entwickelte sich insbesondere nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung zu einem Sehnsuchtsort der Kreativen aus aller Welt. Doch der Kulturstandort Berlin und die damit zusammenhängende einmalige Atmosphäre ist in Gefahr – die Kosten, insbesondere auch für die, für die Kunst existenziellen, Arbeits- und Produktionsräume steigen immer weiter. Während immer mehr Künstler nach Berlin strömen, wird das Angebot an kultureller Infrastruktur immer geringer.

Allein im Bereich der Bildenden Kunst, mit seinen derzeit 8000 professionellen Künstlern, fehlen in Berlin nach Angaben der Branche schon heute mehr als 2000 Ateliers und Atelierwohnungen.

Um diesem Problem Herr zu werden und die Attraktivität Berlins als einen der wichtigsten Kreativstandorte weltweit zu erhalten, bedarf es eines schnellen Handelns von Wirtschaft und Politik.

Statt Lippenbekenntnissen im Koalitionsvertrag erwarten wir vom Senat, schnellstmöglich eigene Flächen und Räume für die Kulturszene zur Verfügung zu stellen. Hierbei ist darauf zu achten, dass diese nicht nur zu günstigen Preisen, sondern gleichzeitig auch möglichst in der gesamten Stadt angeboten werden, damit die Kulturszene auch zukünftig ein fester und erlebbarer Bestandteil der Gesellschaft bleibt. Neben einer in diesem Kontext intensiven Zusammenarbeit mit der Landeseigenen Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), muss auch der Einfluss auf die städtischen Wohnungsbaugesellschaften genutzt werden, damit auch diese zukünftig ihre Bemühungen zur Schaffung von kultureller Infrastruktur d.h. Atelierhäuser, Aufführungs- und Proberäume für darstellende Kunst und Tanz, Musikübungsräume, Präsentationsorte für Kunst/Projekträume, insbesondere bei Investitionen in Neubauvorhaben, intensivieren und damit ihren Betrag für das Gemeinwohl leisten.

Ein weiteres wichtiges Element zur Sicherung und Schaffung von Kulturräumen ist die Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen der Kulturszene, um hier das vorhandene Knowhow im Sinne der Kreativen unserer Stadt nutzen zu können. Die Zerschlagung bestehender Strukturen im Bereich des Raummanagements und die Schaffung neuer Stellen hierfür in der Senatsverwaltung lehnen wir ab. Hingegen könnten klare Förderrichtlinien ein gutes Angebot sein, die staatsferne Akquise von Räumen zu vergrößern.

  

Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlin GmbH

Köthener Straße 44

10963 Berlin

tel 030 230 899-21 Dr. Martin Schwegmann (Atelierbeauftragter)
tel 030 230 899-22 Birgit Nowack (Atelieranmietprogramm)
tel 030 230 899-23 Anna Fiegen (Atelieranmietprogramm)

tel 030 230 899-20 Lotta Bartoschewski (Mietpreisgebundene Ateliers und Atelierwohnungen)


fax 030 230 899-19

atelierbuero@bbk-kulturwerk.de

 

Dienstag : 10.00 bis 13.00 Uhr
Donnerstag: 13.00 bis 16.00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

 

  Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Abteilung Kultur