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Berlin-Mitte will Flüchtlinge im "Haus der Statistik" unterbringen

rbb Abendschau | 11.12.2015 | Florian Eckardt

Senat hat andere Pläne - Berlin-Mitte will Flüchtlinge im "Haus der Statistik" unterbringen

Berlin bringt Flüchtlinge notdürftig in Turnhallen und sogar ehemaligen Flugzeughangars unter. Dabei steht mitten in der Stadt ein riesiges Gebäude leer. Der Bezirk Mitte unterstützt einen Vorschlag, wonach im "Haus der Statistik" bis zu 1.000 Flüchtlinge wohnen könnten. Doch dieser Plan hat noch mehrere Haken.

Im "Haus der Statistik" am Alexanderplatz sollen nach Wunsch von Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) künftig 700 bis 1000 Flüchtlinge leben. Er unterstütze den Plan mehrerer Berliner Initiativen, das leerstehende "Haus der Statistik" in eine Art Flüchtlings-Künstler-Haus zu verwandeln, sagte Hanke am Freitag. "Das ist eine einmalige Chance für den Alexanderplatz." So könne eine "gentrifizierungsfeste Insel" mitten im Zentrum geschaffen werden. Berlin könne zeigen, "dass die Innenstadt nicht nur kommerzialisiert wird, sondern dass wir hier einen Ort haben für alle Menschen".

"Baulich vernünftig, preiswert und finanzierar"

Der am Freitag vorgestellte Plan sieht vor, in dem seit Jahren ungenutzten DDR-Plattenbau Ateliers und Wohnungen für Flüchtlinge und Studenten einzurichten. Der Umbau des Stahl-Beton-Baus mit rund 50.000 Quadratmeter Nutzfläche würde laut den Planern etwa 50 Millionen Euro kosten. Das Projekt sei "baulich vernünftig, preiswert und finanzierbar", sagte Florian Schöttle vom Martinswerk e.V..

Das sieht auch der Atelierbeauftragte der Stadt Berlin, Florian Schmidt, so - trotz des jahrelangen Leerstands. Das Gebäude habe eine sehr solide Struktur mit einem Stahlskelett. "Das ist keine Ruine in dem Sinne, sondern wenn man mit diesem Stahlskelett und den alten Grundrissen arbeitet, dann ist das eigentlich sehr preiswert herzurichten", meint Schmidt. Jetzt komme es darauf an, den Senat von dem Projekt zu überzeugen, so Bezirksbürgermeister Hanke. Man befinde sich in Verhandlungen.

Wohnraum würde das Gebäude teurer machen

Das Haus gehört gegenwärtig noch dem Bund. Die Senatsfinanzverwaltung möchte das Gebäude zwar kaufen, wie eine Sprecherin mitteilte. Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) liefen. Aber Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) wolle das "Haus der Statistik" voraussichtlich für Verwaltungszwecke nutzen. Anstelle von Flüchtlingen könne beispielsweise die Bezirksverwaltung Mitte dort einziehen, die demnächst neue Räumlichkeiten brauche, sagte die Sprecherin.

Den Komplex in Wohnraum umzuwandeln, sei viel teurer: Im Fall einer sogenannten Mischnutzung würde die Bima das Gebäude dem Höchstbietenden geben, erklärte die Sprecherin. Würde der Komplex dagegen ausschließlich für Verwaltung genutzt, wäre der Preis viel geringer.

Um das Gebäude zurückkaufen zu können, muss der Senat aber sagen, was er damit vorhat. Diese Antwort fehlt bislang, klagt die Bima. "Wir würden uns wünschen, dass das Land mit einer Stimme spricht. Dann hätten wir schon seit Monaten Klarheit." Der Bima zufolge hat der Bund dem Senat das Gebäude erstmals am 18. Mai angeboten.  

Flüchtlinge, Ateliers und Bildungsstätten

Das neun- bis elfgeschossige Büro- und Geschäftshaus entstand in den Jahren von 1968 bis 1970. Es beherbergte zu DDR-Zeiten unter anderem die Staatliche Zentralverwaltung für Statistik und im Erdgeschoss verschiedene Läden. Nach der Wiedervereinigung hatten hier eine Außenstelle des Bundesamtes für Statistik und die Stasiunterlagen-Behörde ihren Sitz. Beide Behörden zogen 2008 aus, seitdem steht das Gebäude leer.

Derzeit werde das Areal neu geplant, heißt es auf der Internetseite der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht. Unter anderem ist im Gespräch, das Haus komplett abzureißen und dort Hochhäuser zu bauen. Die Initiative "Haus der Statistik" will in dem Gebäude mit seinen insgesamt 40.000 Quadratmetern Nutzfläche Wohnräume für Flüchtlinge sowie Arbeitsräume für Kunst, Kultur und Bildung schaffen, wie es in dem Konzept der Initiative heißt. Durch den Rückbau angrenzender Flachbauten könnten neue Wohnflächen geschaffen werden.

  

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