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Mitteilung des Atelierbeauftragten im bbk Kulturwerk an alle ateliersuchenden bildenden Künstler in Berlin

Liebe Bildende Künstlerinnen und Künstler in Berlin,

aktuell berät das Berliner Abgeordnetenhaus über den Haushaltsplan des Senats für den Doppelhaushalt 2017/18. In diesem Haushaltsplan hat die Senatskulturverwaltung Entwürfe zur künftigen Förderung von Flächen und Räumen aus dem Kulturhaushalt formuliert, die ich für sehr kontraproduktiv halte. Sie gefährden die Zukunft der Berliner Atelierförderung -  und das angesichts des gravierenden Ateliernotstandes in Berlin.

Es gehört zum Prozedere der Haushaltgesetzgebung, dass in den nächsten Wochen viele Interessenvertreter und Betroffene mit den Abgeordneten sprechen, die (als Gesetzgeber) nun Änderungen an dem Haushaltsplan des Senats vornehmen können. Auch Ihr könnt Euch mit den Abgeordneten in Verbindung setzen und ihnen per Brief, Mail oder auf Veranstaltungen Eure Meinung sagen. Dazu unten mehr.

Meine wesentlichen Kritikpunkte und Vorschläge sind die folgenden. Ausführlicher ist die Sache in meiner Stellungnahme nachzulesen: Stellungnahme Atelierbeauftragter

1. Das Atelieranmietprogramm wird als solches abgeschafft und in ein Programm für “Künstler und Kreative” aufgelöst. Zwar beteuert die Kulturverwaltung, dass es um Künstler/innen aller Sparten ginge und nicht um Kreativwirtschaft.  Aber dieselbe Verwaltung hat sie als Förderzielgruppe in den Entwurf geschrieben! Gravierend ist aber auch, dass alle Kunstsparten trotz völlig unterschiedlicher Bedarfe ohne Not in ein  Programm  gezwungen werden sollen.

Mein Vorschlag: das über 20 Jahre existierende Atelierprogramm erhalten und aufstocken, sowie neue und passende Programme für andere Kunst-Sparten schaffen.

2. Es wird durch den Haushaltsentwurf nicht gesichert, dass für Ateliers mehr Fördermittel zur Verfügung stehen. Die Kulturverwaltung hält es sich offen, darüber in der Zukunft zu entscheiden. Als Atelierbeauftragter habe ich so keine Planungssicherheit, es dauert länger neue Ateliers zu schaffen, womöglich entscheidet die Verwaltung: nein, dafür gibt es kein Geld mehr. Der Haushaltsentwurf würde ihr das ermöglichen.

Mein Vorschlag: mit einem ausreichenden Budget im Anmietprogramm ca. 400 neue Ateliers innerhalb von zwei Jahren schaffen und dies im Haushaltsgesetz festschreiben.

3. Die Kulturverwaltung sieht weit mehr Mittel für Investitionen vor als für die Anmietung von Arbeitsräumen vor und verzögert damit die Wirksamkeit von Maßnahmen. Sie setzt auf den Umbau von landeseigenen Gebäuden, was grundsätzlich nicht falsch ist. Jedoch ist zum einen der Schwerpunkt falsch, da der Effekt erst nach Jahren eintritt, denn der Umbau und dessen Planung dauern 3-5 Jahre. Der Ateliernotstand ist aber hier und heute. Zum anderen werden viele sehr engagierte selbstorganisierte Atelierhausprojekte von der Förderung ausgeschlossen.

Mein Vorschlag: Der Schwerpunkt sollte bei Anmietungen liegen und zwar auch bei landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Es geht also nicht darum Privateigentümern Geld in den Rachen zu schmeißen, wie so oft behauptet wird. Allerdings gibt es immer noch viele Privateigentümer, die für Ateliers moderate Mieten ansetzen, wenn wir ganze Etagen oder Häuser für lange Zeiträume anmieten. Darüber hinaus schlage ich vor, dass auch private, aber nicht profitorientierte Projekte mit Investitionsmitteln gefördert werden können. Viele Atelierhausinitiativen, neue und alte, könnten so gestärkt werden.

Wichtig ist, dass der von der Kulturverwaltung vorgegeben Budgetrahmen von 3,4 Millionen Euro (Zuwachs an Mitteln) an sich ausreichen würde, um für alle Kunstsparten neue Ateliers, Arbeits-, Proben- und Übungsräume zu schaffen.

Nun sind die Abgeordneten am Zuge und auch ihr selbst, um als die Vertreter/innen der eigenen Interessen und als Bürger/innen dieser Stadt mit Euren Abgeordneten zu sprechen, damit sie jetzt sachgerecht entscheiden können.

Ich möchte Euch nahelegen Euch vor allem an folgende Abgeordnete zu wenden.

Kulturpolitische SprecherInnen der Fraktionen

Brigitte Lange (SPD): Brigitte.Lange@spd.parlament-berlin.de 

Stefan Schlede (CDU): schlede@cdu-fraktion.berlin.de 

Sabine Bangert (Bündis 90/Grüne): sabine.bangert@gruene-fraktion-berlin.de 

Wolfgang Brauer (Die Linke): brauer@linksfraktion-berlin.de 

Phillip Magalski (Piraten): pmagalski@piratenfraktion-berlin.de   

Entscheidungsträger der Regierungsfraktionen

Rahed Saleh (SPD, Fraktionsvorsitzender): raed.saleh@spd.parlament-berlin.de 

Florian Graf (CDU, Fraktionsvorsitzender): graf@cdu-fraktion.berlin.de   

Stefan Evers (CDU, stellvertretender Fraktionsvorsitzender, Sprecher für Stadtentwicklung, Mitglied im Kulturausschuss): mitmachen@berlin.de 

Bitte tut Euch mit der Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser, kurz AbBA, zusammen und nehmt an der folgenden Aktion teil.

16.9.2015, 13 Uhr, Ort: Urania Weltzeituhr am Alexanderplatz

“2. Aktion gegen das Ateliersterben. Aktion zu den erheblichen Raumpotentialen für künstlerische und soziale Nutzungen um den Alexanderplatz”

Weitere Infos unter www.abba-netzwerk.de 

Bei Fragen zu dieser Mitteilung könnt Ihr Euch gerne an mich wenden.

Per Mail: f.schmidt@bbk-kulturwerk.de  oder per Telefon 01609641260


Herzliche Grüße

Florian Schmidt

Atelierbeauftragter für Berlin und Leiter des Atelierbüros im Kulturwerk des bbk berlin

  

Atelierbüro im Kulturwerk des bbk berlin GmbH

Köthener Straße 44

10963 Berlin

tel 030 230 899-21 Dr. Martin Schwegmann (Atelierbeauftragter)
tel 030 230 899-22 Birgit Nowack (Atelieranmietprogramm)
tel 030 230 899-23 Anna Fiegen (Atelieranmietprogramm)

tel 030 230 899-20 Kati Gausmann (Mietpreisgebundene Ateliers und Atelierwohnungen)


fax 030 230 899-19

atelierbuero@bbk-kulturwerk.de

 

Dienstag : 10.00 bis 13.00 Uhr
Donnerstag: 13.00 bis 16.00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung

 

  Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Abteilung Kultur