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Masterplan ART STUDIOS 2020

Stand August 2016

Der Masterplan ART STUDIOS 2020
bezieht sich auf die Sicherung und Schaffung von Ateliers, also Arbeitsraum für Bildende Künstler*innen.

Herausgeber:



  Kulturwerk gGmbH
des berufsverbandes bildernder künstler berlin
Köthener Str. 44, 10963 Berlin
www.bbk-kulturwerk.de
Verfasser


  Florian Schmidt, Atelierbeauftragter und Leiter des Atelierbüros
im Kulturwerk des bbk berlin
f.schmidt@bbk-kulturwerk.de
Kooperatonspartner:   raumlabor Berlin (Andrea Hofmann, Christoph Mayer)
Mitwirkende Experten:

  Florian Schöttle (SP - Agentur für Kulturraumentwicklung)
Regine Siegl (sieglundalbert Gesellschaft von Architekten)

Mit freundlicher Unterstützung der Senatskanzlei für kulturelle Angelegenheiten

Präambel und Kurzfassung
Der Masterplan zeigt die Dringlichkeit ressortübergreifenden politischen Handeln auf: nur mit einer konzertierten und alle Möglichkeiten nutzenden Neuausrichtung der Berliner Atelierförderung kann mittel- und langfristig der Bestand der Berliner Kunstszene gesichert werden. Der Masterplan formuliert einen Fahrplan und ist zugleich eine Toolbox für die Berliner Atelierförderung der Zukunft. Als kultur- und stadtentwicklungspolitsiche Handlungsempfehlung ist der Masterplan gemeinsam mit einer Vielzahl von Akteuren weiterzuentwickeln und umzusetzen. Angesprochen sind insbesondere:

  • Künstler*innen
  • Verwaltungen und Politik
  • Bestandshalter und Entwickler von Immobilien und Liegenschaften
  • Experten aus Stadtentwicklung, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft
  • Interessierte Bürger

Grundlegung (Kapitel 1)
Das Profil Berlins als einer der wichtigsten Produktionsstandorte für Bildende Kunst weltweit hat einen großen kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Mehrwert für die Stadt. Durch die starken Mieterhöhungen der letzen Jahre droht die Basis der Kunststadt jedoch zu erodieren. Jährlich gehen ca. 350 bezahlbare Ateliers verloren. Die Investition, die notwendig ist, um die räumliche Basis der Kunststadt zu sichern, ist überschaubar. Der zusätzliche und zu finanzierende Raumbedarf entspricht der Fläche von gerade einmal drei Kaufhäusern.

Zielstellung des Masterplans, Bedarf und Bestand an Ateliers in Berlin (Kapitel 2)
Detaillierte statistische Analysen der Ateliersituation zeigen auf, dass mittelfristig ein Bedarf von neuen 4000 Ateliers besteht. Als erstes Ziel wird die Schaffung von 2000 Ateliers bis 2020 vorgeschlagen, um wenigstens einem Drittel der 8-10.000 Bildenden Künstler*innen in Berlin eine realistische Chance auf ein bezahlbares Atelier zu geben. Aktuell stehen im Rahmen unterschiedlicher öffentlicher Förderungstrukturen etwa 850 Ateliers und Atelierwohnungen zur Verfügung.

Städtische Handlungsräume (Kapitel 3)
Die bewusste Voranstellung der räumlichen vor instrumentell-strategischen Analysen und Handlungsempfehlungen veranschaulicht die stadtentwicklungspolitische Ausrichtung des Masterplans und ermöglicht die Lesbarkeit des Masterplans für Akteure des Bereichs Stadtentwicklung, die weniger mit den Förderinstrumenten des Atelierwesens vertraut sind. Unterschieden wird zwischen Innenstadtquartieren, Gewerbequartieren und Wohungsneubauquartieren, die jeweils verschiedene Problemlagen und Chancen aufweisen.

Strategien, Programme und Finanzierungsinstrumente (Kapitel 4)
Die Möglichkeiten, Ateliers zu schaffen sind vielfältig. Um diese zu nutzen bedarf es eine überschaubare Anzahl an operativen Strategien, Programmen und Finanzierungsinstrumenten. Die bereits existierenden Strategien "Anmietung von privaten Gewerberäumen" und "Umnutzung von Objekten des Landes" werden um eine Neubauinitiative und zwei Neubauprogramme ergänzt. Ziel ist es Künstlergruppen und Bauherren die Schaffung von langfristig abgesichertem Atelierraum zu ermöglichen. Hinzu kommen Strategien wie die Umsetzung von Konzeptverfahren in der Liegenschaftsvergabe, das Ausschöpfen von stadtplanerischen Möglichkeiten, sowie die Initiierung von "Bündnissen für bezahlbare Ateliers" mit Verwaltung und Immobilienwirtschaft. Im Anbetracht des enormen Bedarfs an Ateliers wird vorgeschlagen, große Kunststandorte als Art Factories zu konzipieren, die auch anderen Kunstsparten Raum geben. Sie sollen mit selbstverwaltetem Kulturmanagement ausgestattet werden. Für die Finanzierung der Strategien und Programme werden notwendige Aufstockungen von Haushaltstiteln des Landes Berlin beziffert.

Erweitertes Handlungsfeld (Kapitel 5)
Spezielle Themen der Atelierförderung sind die Schaffung von Lagerraum, von Atelierwohnungen und aktuell die synergetische Koexistenz von Kunstproduktion mit Geflüchteten.

Unter Federführung des Atelierbüros werden zur Zeit unter Nutzung der durch Staatssekretär Tim Renner erweiterten Ressourcen im Kulturhaushalt vier große neue Kunst- und Kulturstandorte entwickelt. Sie entstehen in Kooperation mit städtischen Gesellschaften und privaten Eigentümern. Hier können innerhalb der nächsten zwei Jahre 500-700 hundert neue Ateliers und vielfältige neue Raumangebote für die anderen Kunstsparten entstehen.

Presseartikel: 

 

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