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Kultur und Politik der Erinnerung I

MONATLICHE VERANSTALTUNGSREIHE IM KULTURHAUS MITTE, AUGUSTSTRASSE 21 (Aula), 10117 BERLIN

17. DEZEMBER 2007

ENZO TRAVERSO (PARIS):

GEBRAUCHSANWEISUNGEN FÜR DIE VERGANGENHEIT

 

21. JANUAR 2008

RÉGINE ROBIN (PARIS/MONTREAL):

DIE AUSLÖSCHUNG DER DDR IM KOLLEKTIVEN GEDÄCHTNIS

 

18. FEBRUAR 2008

ETIENNE FRANÇOIS (BERLIN):

DEUTSCHE ERINNERUNGSORTE

 

17. MÄRZ 2008

SOPHIA SCHMITZ (BERLIN) / STEFFEN KREUSELER (BERLIN,

REGGIO EMILIA):

ERA (EUROPEAN RESISTANCE ARCHIVE)

 

21. APRIL 2008

SILKE HÜNECKE (BERLIN, BARCELONA):

SPANIEN. NACH DER AMNESIE. ERINNERUNGSPOLITIK VON UNTEN.

 

19. MAI 2008

MARTIN SCHÖNFELD (BERLIN):

ERINNERUNGSKONKURRENZEN IM ZEITGENÖSSISCHEN BERLIN

 

16. JUNI 2008

THOMAS FLIERL (BERLIN):

KRITISCHE GEDENKKULTUR

 

 

Eine Veranstaltungsreihe des:

KULTURFORUM DER LINKEN BEI DER ROSA-LUXEMBURG-STIFTUNG

IN ZUSAMMENARBEIT MIT DEM KULTURWERK DES BBK BERLINS

KONTAKT: MICHAELA KLINGBERG— TEL. 0162–2011042 — ELFRIEDE MÜLLER / MARTIN SCHÖNFELD — TEL. 030-23089930—WWW.ROSALUX.DE/KULTURFORUM

 

 

POLITIK UND KULTUR DER ERINNERUNG: DIE IDEE

Auf das vergangene «Zeitalter der Extreme» (Eric Hobsbawm)reagiert die offizielle Gedenkpolitik häufig eindimensional und wird damit der Komplexität von Erinnerung und der Unabgeschlossenheit des Vergangenen nicht gerecht. Kulturindustrie, Gedenktage, Kunstwerke und Lehrprogramme tragen mit dazu bei, aus der Erinnerung an die Vergangenheit eine Alltagsreligion unserer Gesellschaften werden zu lassen. Sie erfüllt heute eine rein apologetische Funktion: die Erinnerung an das Vergangene rechtfertigt bloß noch die gegenwärtige Gesellschaftsverfassung statt Instrumente ihrer kritischen Befragung und Fortentwicklung zu liefern. Das neue Interesse an Geschichte ist heute zu wenig auf Zukunftsgestaltung gerichtet.

Aber es gibt auch andere Wege der Erinnerung, Wege, die den utopischen Faden der Erfahrungen von Gleichheit, Revolte und Gestaltungsanspruch gegen die Fatalität von Ungleichheit, Affirmation und Passivität aufnehmen und weiterführen. Diese Formen nachhaltiger Geschichtsaneignung sind allerdings oft diskreter und subtiler. Die Veranstaltungsreihe «Politik und Kultur der Erinnerung» reflektiert verschiedene Segmente der kollektiven Erinnerung, der Geschichtsschreibung und der Gedenkpolitiken in einem internationalen Kontext und versucht, Perspektiven einer kritischen und demokratischen Gedenkpolitik zu entwickeln. Der heutige Erinnerungsboom ist die Kehrseite einer Welt, die Lebensweisen fragmentiert, Erfahrungszusammenhänge auflöst und damit Traditionen auslöscht. Mehr denn je erhalten aber dadurch kollektive Erinnerung und Geschichtsschreibung eine politische Dimension. Die Vorträge thematisieren, wie sich unterschiedliche Gesellschaften der eigenen Geschichte erinnern und sich mit ihr auseinandersetzen. Dabei erscheint den Autorinnen und Autoren der Zugang zur Geschichte nicht als abgeschlossen, sondern als permanenter Kampf der Gegenwart um ihr eigenes Verständnis. Denn es geht um die Deutung einer Vergangenheit, die noch nicht vergangen und deren Deutung in der Gegenwart nach wie vor umkämpft ist.

 

17. DEZEMBER 2007

ENZO TRAVERSO (PARIS):

GEBRAUCHSANWEISUNGEN FÜR DIE VERGANGENHEIT

Traverso analysiert die Beziehungen zwischen kollektiver Erinnerung, Geschichtsschreibung und Erinnerungspolitik.

Enzo Traverso lehrt Politikwissenschaft an der Universität «Jules Verne» in Amiens. Von ihm sind u. a. bisher erschienen: «Auschwitz denken» (Hamburger Edition 2000), «Nach Auschwitz» (Neuer isp-Verlag 2000)sowie «Moderne und Gewalt» (Neuer isp-Verlag 2003).

 

21. JANUAR 2008

RÉGINE ROBIN (PARIS/MONTREAL):

DIE AUSLÖSCHUNG DER DDR IM KOLLEKTIVEN GEDÄCHTNIS

Als Flaneurin betrachtet Régine Robin die Verdrängungsmechanismen der jüngsten deutschen Geschichte im öffentlichen Raum Berlins.

Régine Robin lehrt Soziologie in Montréal und ist als Schriftstellerin tätig. Von ihr erschien in deutscher Sprache: «Berlin. Gedächtnis einer Stadt» (Transit Buchverlag 2002).

 

18. FEBRUAR 2008

ETIENNE FRANÇOIS (BERLIN):

DEUTSCHE ERINNERUNGSORTE

François erläutert den Ansatz der Lieux de mémoire, der seit den achtziger Jahren die französische und internationale Debatte zum kulturellen Gedächtnis bestimmt.

Etienne François ist Historiker und Direktor des Frankreichzentrums der Freien Universität Berlin. Mit Hagen Schulze gab er «Deutsche Erinnerungsorte» (Beck 2003) heraus.

 

17. MÄRZ 2008

SOPHIA SCHMITZ (BERLIN) / STEFFEN KREUSELER (BERLIN,

REGGIO EMILIA): ERA (EUROPEAN RESISTANCE ARCHIVE)

Schmitz und Kreuseler stellen das europäische Videoportal vor, das Interviews mit Widerständlern aus verschiedenen Ländern im Internet präsentiert.

Sophia Schmitz ist Soziologin und lebt in Berlin, Steffen Kreuseler arbeitet am Geschichtsinstitut Antifaschistischer Widerstand in Reggio Emilia (Italien).

 

21. APRIL 2008

SILKE HÜNECKE (BERLIN, BARCELONA):

SPANIEN. NACH DER AMNESIE. ERINNERUNGSPOLITIK VON UNTEN.

Hünecke untersucht die erst jüngst begonnene Aufarbeitung des Bürgerkrieges und des Franquismus im heutigen spanischen Staat, welche vor allem von zivilgesellschaftlichen Initiativen vorangetrieben wird.

Silke Hünecke ist Politologin, lebt und forscht in Berlin und Barcelona.

 

19. MAI 2008

MARTIN SCHÖNFELD (BERLIN):

ERINNERUNGSKONKURRENZEN IM ZEITGENÖSSISCHEN BERLIN

Das spannungsvolle Verhältnis zweier Erinnerungserzählungen aus der jüngsten deutschen Geschichte wird anhand ausgewählter Beispiele und ihrer Repräsentation und Ritualisierung im öffentlichen Raum dargestellt.

Martin Schönfeld ist Kunstwissenschaftler, arbeitet im Büro für Kunst im öffentlichen Raum (Kulturwerk des bbk berlins GmbH) und befasst sich seit Jahren mit dem Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit.

 

16. JUNI 2008

THOMAS FLIERL (BERLIN):

KRITISCHE GEDENKKULTUR

Flierl versucht, ein erstes Fazit der Vortragsreihe zu ziehen und Thesen für eine demokratische und kritische Erinnerungskultur zu formulieren.

Thomas Flierl ist Kulturwissenschaftler, MdA und war 2002 bis 2006 Kultur- und Wissenschaftssenator in Berlin. Aufsätze in: «Berlin: Perspektiven durch Kultur» (Theater der Zeit 2007).

  

Büro für Kunst im öffentlichen Raum im Kulturwerk des bbk berlin GmbH

Köthener Straße 44
10963 Berlin

Elfriede Müller (Leitung) • Tel: 030.230899-31
Martin Schönfeld • Tel: 030.230899-30
Britta Schubert • Tel: 030.230899-47

Fax: 030.230899-19

e-mail: kioer@bbk-kulturwerk.de

Sprechzeiten nach Vereinbarung

 

  Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Abteilung Kultur