Aktuelles   -  Über den bbk   -  Kontakt
deutsch   -   english   -   français   -   español

Profit statt Kunst - Modemacher kreativ
Pressemitteilung des bbk berlin am 30.06.2009

Zur heutigen Eröffnung der Fashion Week erklärt Herbert Mondry, Vorsitzender des bbk berlin:

„Einer der künstlerisch eindrucksvollsten Erinnerungsorte, die Berlin über die Zeit des nationalsozialistischen Terrors besitzt, ist das Mahnmal zur Erinnerung an die von national-sozialistischen Studenten veranstaltete Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933, das sich am Bebelplatz im Berlins Mitte befindet. Dem Künstler Micha Ulmann ist hier ein weltweit beachtetes Monument gegen Geistes-, Kunst- und Kulturfeindschaft gelungen, deren barbarische Folgen gerade in Berlin bis heute zu spüren und zu sehen sind.

Die Macher der sogenannten Fashion Week haben nun ein riesiges Modeveranstaltungszelt über das Denkmal gesetzt und es damit der Öffentlichkeit entzogen und seiner Wirkung beraubt. Dies stört die Senatswirtschaftsverwaltung keineswegs. Denn unter der Überschrift „Treffen der Kreativen - Fashion Week zeigt Phantasie und Modernität" wird mit massiver Unterstützung der Senatswirtschaftsverwaltung an diesem Ort Mode vorgeführt und damit das Gedenken an eine  bedrückende Schandtat des Nationalsozialismus unmöglich gemacht. Wer das Mahnmal aufsuchen will, muss zum einen wissen, wo es sich befindet und sich dann von unwilligen Sicherheitsleuten in schwarzen Uniformen auf versteckten Wegen durch den Modetrubel dahin begleiten lassen.

Das alles ist einer Kulturstadt unwürdig. Bereits mehrfach hat der bbk berlin die Berliner Politik aufgefordert, bessere Lösungen zu finden. Wir erwarten, dass Senat und Veranstalter künftig die Würde und den Rang der historischen Innenstadt und vor allem auch ihrer Erinnerungsorte respektieren."

Herbert Mondry
(1. Vorsitzender)


 

bbk berlin e.V.

Köthener Straße 44
10963 Berlin


tel 030 230899-0
fax 030 230899-19

info@bbk-berlin.de